Der Lauf über 42,195 km mit 700 Höhenmetern und vielen Kurven auf der achtmal zu absolvierenden Fünfkilometerschleife war eine muskuläre Herausforderung für die Athletinnen und Athleten, die eine spezielle Vorbereitung erforderte. Mayers Plan nach wochenlangem Training in der Höhe und mit entsprechend Höhenmetern war gewesen, defensiv in das Rennen zu gehen und sukzessive aufzuholen – was gut gelang.

Anfangs im Hintergrund, übernahm sie vor der 20-km-Marke die Führung der Verfolgergruppe. Nach 1:17 Stunden war das 40 Minuten hinter den Frauen gestartete Männer-Feld erstmals an Mayer vorbeigegangen. Die Gruppe von zehn Läuferinnen rund um Mayer hielt lange zusammen, bei Kilometer 30 büßte die 33-Jährige ein paar Sekunden ein, lag aber in Schlagdistanz. Der Anschluss gelang ihr nicht mehr. Eva Wutti kam in 2:47:29 Stunden auf Platz 45.

Mit dem zehnten Platz sei sie sehr zufrieden, das sei das oberste Ziel gewesen. „Und langsam war es auch nicht“, meinte Mayer, deren Bestmarke bei 2:26:08 Stunden liegt. „Es war wie erwartet schwer, die letzten zwei Runden waren muskulär zäh. Aber ich habe es mir richtig gut einteilen können, sodass ich hintenraus das Tempo halten und auf den letzten 800 m noch ein bisschen schneller werden konnte.“

Petros siegt bei Männern

Den Sieg bei den Herren sicherte sich der Deutsche Amanal Petros in 2:09:11 Stunden. Der 31-Jährige siegte überlegen nach einem fast 20 Kilometer langen Sololauf vor dem Italiener Pietro Riva (2:09:18) und Gashau Ayale (2:09:21) aus Israel. Der Österreicher Andreas Vojta belegte in 2:15:34 Stunden den 26. Platz.

Es war das letzte Mal, dass Marathon-Bewerbe im Rahmen von Freilufteuropameisterschaften stattfanden. Die EM-Medaillen werden künftig in eigenen Veranstaltungen vergeben, das nächste Mal bereits am 17. und 18. April 2027 in Belgrad und damit am Wochenende des Vienna City Marathons.