„Der SCR Altach hat die Äußerungen des SK Sturm Graz Trainers nach dem gestrigen Spiel zur Kenntnis genommen. Diese bestätigen, dass ein Kontakt des SK Sturm Graz zu Spieler Yann Massombo stattgefunden hat. Zudem gibt es noch weitere Fakten, die dies bestätigen. Vor diesem Hintergrund sieht sich der Verein dazu veranlasst, weitere Schritte zu prüfen“, hieß es am Sonntag in einer Altach-Pressemitteilung. Altach verwies explizit darauf, dass Massombo ein aufrechtes Vertragsverhältnis bis 2027 plus Option auf ein weiteres Jahr hat.
Der Verein sei zu keiner Zeit über stattfindende Gespräche informiert worden, erklärte Altach. Laut ÖFB-Regulativ hat ein interessierter Verein den bisherigen Verein vor der Aufnahme der Vertragsgespräche mit dem Spieler nachweislich zu informieren. Fraglich ist jedoch, ob eine lose Kontaktaufnahme durch den Trainer schon unter ein Vertragsgespräch fällt.
Transferwirbel und Niederlage für Altach
Vor dem Duell Sturm gegen Altach sorgte ein möglicher Transfer von Altachs Yann Massombo für Aufregung. Denn der Flügelspieler soll kurz vor dem Spiel Kontakt mit Sturm-Coach Fabio Ingolitsch gehabt haben. Laut ÖFB-Statuten wäre eine solche Kontaktaufnahme ohne Einbindung des Vereins nicht erlaubt.
Sturm erklärte am Sonntag, auf Geschäftsführerebene im direkten Austausch mit Altach zu sein. „Wir prüfen noch einmal alle Vorkommnisse der letzten Tage, weil es die Sorgfaltspflicht verlangt, sind aber weiter der absoluten Überzeugung, dass kein Vertreter des SK Sturm etwas Unrechtmäßiges getan hat“, erklärte ein Clubsprecher. „Wir blicken der Aufklärung dieser Situation dementsprechend entspannt entgegen.“
Altach-Coach Zaric erbost
„Für mich ist Respekt sehr, sehr wichtig. Wenn ich dann aber von der Mannschaft höre, dass ein Trainer im Beisein auch von weiteren Spielern diesen Spieler (Massombo, Anm.) kontaktiert, einen Tag vor dem Spiel, dann vertritt das nicht meine Wertvorstellung. Ich finde das ganz, ganz schlecht“, sagte Ognjen Zaric.
Der SCR-Coach stellte auch klar, dass sich sein Ärger nicht gegen den Verein Sturm Graz richte, „aber von einer Einzelperson finde ich das gar nicht gut“. So gebe es auch unter Trainern eine Ethik und Moral, führte Zaric weiter aus. Und es gebe Statuten, an die man sich halten müsse.
Ingolitsch beschwichtigt
Ingolitsch hatte am Samstag zugegeben, ein Gespräch mit Massombo geführt zu haben. Er habe allerdings mit sehr vielen Spielern zwecks eines möglichen Transfers gesprochen. Auf die Frage, warum man mit dem Altach-Kicker nicht erst nach dem Match geredet habe, antwortete der Sturm-Coach: „Ich finde, dass ein ganz normaler Prozess abgelaufen ist, wie es immer ist. Man kann sich natürlich ins Gesicht lügen, dass man sagt, dass Vereine nicht mit Spielern sprechen. Ich glaube, dass kein Transfer dieser Welt zustande kommen wird, wenn ein Spieler nicht mit einem Trainer spricht.“
Ingolitsch wolle auch nicht „irgendwelche Diskussionen öffentlich führen, weil es nicht mein Stil ist“. Er stehe den Altachern aber jederzeit für Gespräche zur Verfügung, sagte der 34-Jährige. Die Vorarlberger fuhren jedenfalls mit einer gehörigen Portion Ärger nach Hause. „Der SCR Altach ist der größte Verlierer in der ganzen Geschichte. Ich hoffe, dass angeschaut wird, was da wirklich passiert ist. Wir leben in einem Rechtsstaat, und man muss dem nachgehen“, meinte Zaric.