Es war im Februar, als das österreichische Rodel-Nationalteam bei den Olympischen Spielen in Cortina über vier Medaillen jubeln durfte. Darüber dürfte sich wohl auch die TU Graz gefreut haben.
„Da ist immer ein Test im Windkanal jedes Jahr gut und bringt uns auch jedes Jahr neue Erkenntnisse, wo man das eine oder andere Hundertstel oder Tausendstel finden kann“, meint der Cheftrainer des Rodel-Nationalteams, Christian Eigentler.
Windkanal-Tests als Dienstleistung
Seit 40 Jahren gibt es den Grazer Windkanal und neben der universitären Forschung wird er auch von Externen genutzt. Im Zuge von Dienstleistungen können Windkanal-Tests durchgeführt werden: „Es passiert mehrmals im Jahr, dass Firmen oder Sportteams auf uns zukommen. Beispielsweise die Rodler oder Skeleton sind typische Besucher. Worauf wir uns hier fokussieren, ist die Variation in der Haltung der Sportlerinnen und Sportler, Variation in der Kleidung und auch Modifikation am Sportgerät“, erklärt Christoph Irrenfried, der die Arbeitsgruppe Aerodynamik an der TU leitet.
Einsatzgebiete der Windkanäle
Das ist nur eines von mehreren Einsatzgebieten der Windkanäle. Windgeschwindigkeiten von bis zu 145 km/h können im Niedergeschwindigkeits-Windkanal der TU Graz erzeugt werden. Fast täglich ist der Kanal im Forschungsbetrieb im Einsatz, so Irrenfried.
„Da haben wir verschiedene Forschungsprojekte in verschiedensten Bereichen. Das geht von Sport-Aerodynamik, Optimierung von Fahrrad-Laufrädern bis hin zu alternativen Flugantrieben und dann aber auch Gebäude-Aerodynamik, wo wir Untersuchungen zu Lüftungsvorgängen machen.“
Im Idealfall helfen die an der TU Graz gewonnenen Erkenntnisse dem Rodel-Nationalteam, bei der Heim-Weltmeisterschaft im nächsten Winter in Innsbruck-Igls wieder Medaillen zu holen.