Hierzulande ist es ein bekannter Vorgang: Ein Unwetter baut sich auf und sehr schnell sind darunter Kleinflugzeuge der Hagelabwehr unterwegs, um über Generatoren Silberjodid auszubringen.
Aus Hagel wird Regen
Mehr als sechs Billarden Partikel bringen die gemeinsam mit der TU Graz mitentwickelten Generatoren pro Sekunde aus, so der Obmann der steirischen Hagelabwehr-Genossenschaft, Josef Mündler: „Die fangen dann freies Wasser ein und machen daraus kleine Eiskugerl. Man versucht, den Hagel überhaupt zu verhindern, indem wir oben Eiskeime bilden – ein Zentimeter Eis oben kommt herunten als Schneeflocke oder Wassertropfen an.“
Die zugehörigen Anlagen an den Flugzeugen und zur Wettererfassung mit Radar hat man nun der 13-köpfigen Delegation aus dem Kosovo – angeführt von Landwirtschaftsminister Armend Muja – gezeigt.
„Wir brauchen das Wissen“
Das große Interesse begründet Armend Muja damit, dass im Kosovo Hagel in den vergangenen Jahren immer wieder ganze Ernten vernichtete: „Wir brauchen das Wissen, Experten und ein Frühwarnsystem, damit wir diese katastrophalen Hagelunwetter verhindern können. Deshalb sind wir hier.“
Europäisches Projekt im Aufbau
Bei der steirischen Hagelabwehr steht man jedenfalls bereit, um entsprechende Systeme europaweit mitaufzubauen, „und zwar, dass man Hagelabwehr auf einen europäischen Standard bringt. Wie es jetzt im Moment ausschaut, lehnt man sich an uns an und versucht, gemeinsam mit Wissenschaft und Forschung ein Europa-Projekt herauszubringen“, so Mündler.
Das stärkste Einsatzjahr der fünf Flugzeuge der steirischen Hagelabwehr Genossenschaft war zuletzt 2024 mit 330 Einsätzen; heuer sind es bis jetzt 15.