Ob nach einem Unfall, der Geburt oder für Patientinnen und Patienten mit einer schweren Krankheit im Spital – österreichweit wird durchschnittlich alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt. Das sind fast 1.000 Blutkonserven am Tag, heißt es vonseiten des Roten Kreuzes – und diese können bis heute nicht künstlich hergestellt werden, sondern benötigen freiwillige Blutspender.

Herausfordernde Sommermonate

An manchen Tagen wird es mancherorts ordentlich eng – so zum Beispiel am vergangenen 25. Juli im Zentrum für Akutmedizin (ZAM) des Uniklinikum Graz: Dort wurde vier Mal der Alarm „Code Red“ ausgelöst – ein Alarm, der bedeutet, dass Patienten mit lebensbedrohlichen Blutungen in die Notaufnahme gebracht werden. Diese Frequenz war selbst für das erfahrene Notfallteam eine absolute Ausnahme. Für die Versorgung der Schwerstverletzten wurden über 50 Blutkonserven benötigt.

„Der Bericht aus dem LKH-Universitätsklinikum Graz zeigt leider eindringlich, wie schnell große Mengen an Blutkonserven benötigt werden können. Wenn ein schwerer Unfall passiert oder mehrere schwer verletzte Menschen gleichzeitig versorgt werden müssen, muss das Blut bereits vorhanden sein. Es kann nicht erst in diesem Moment gespendet werden“, betont Nina Just vom Blutspendedienst des Roten Kreuzes.

Blutkonserven sind nur 42 Tage haltbar

In den Sommerferien sinken die Blutkonservenbestände immer wieder urlaubsbedingt – denn wer nicht da ist, kann logischerweise auch kein Blut spenden. Das führt rasch zu einer angespannten Blutkonserven-Situation. Hinzu kommt, dass Blutkonserven nur 42 Tage haltbar sind. Daher ist es wichtig, dass die Spenden kontinuierlich abgegeben und gesammelt werden.

Um die Versorgung der Bevölkerung auch im Sommer sicherzustellen, bittet das Rote Kreuz alle gesunden Personen zwischen 18 und 70 Jahren, Blut zu spenden. Die eigentliche Blutspende ist in sechs bis sieben Minuten erledigt; der gesamte Vorgang inklusive Ausfüllen des Fragebogens, medizinischem Check und der kurzen Ruhepause nach dem Spenden mit kleiner Jause dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

Voraussetzungen für Spendende

Das Körpergewicht der Spendenden muss mindestens 50 Kilogramm betragen. Frauen, intergeschlechtliche und diverse Personen sowie Personen mit offener oder keiner Geschlechtsangabe dürfen bis zu dreimal pro Jahr Vollblut spenden, Männer bis zu viermal pro Jahr. Allerdings gibt es auch einige Ausschlusskriterien: Unter anderem muss der Mindestabstand zwischen zwei Vollblutspenden acht Wochen betragen, nach Antibiotikaeinnahme und gewissen Impfungen gibt es eine Karenzfrist von einigen Tagen bis Wochen, ebenso nach Aufenthalt in Gebieten mit Malaria. Auch wer sich im Sommer ein Piercing außerhalb einer medizinischen Einrichtung machen lassen hat, muss vier Monate aussetzen, wer von einer Zecke gebissen wurde, vier Wochen.