Zu den – laut Polizei handfesten – Ausschreitungen kam es am Rande des internationalen Testspiels: Zwei 43-Jährige und ein 19-Jähriger aus der Steiermark wurden verletzt. Wie die Landespolizeidirektion Steiermark in einer Aussendung mitteilte, flüchteten die Tatverdächtigen daraufhin mit einem in Frankreich zugelassenen Pkw.

Das Fahrzeug wurde nach umgehend eingeleiteter Fahndung auf der Fürstenfelder Schnellstraße (S7) in Fahrtrichtung Ungarn von einer Zivilstreife gestoppt, weitere Streifen unterstützten die Zivilpolizisten bei der Festnahme der insgesamt sieben Tatverdächtigen. Es soll sich um Anhänger des algerischen Vereins MC d’Alger handeln.

Die mutmaßlichen Täter sind laut Polizei 19 bis 34 Jahre alt. Bei einem Tatverdächtigen fand die Polizei auch Suchtmittel. Die genauen Hintergründe des Vorfalls werden weiter untersucht, heißt es.

Eskalation wegen Pyrotechnik auf Holztribüne

Zu der Eskalation soll es in der zweiten Halbzeit nach dem Einsatz von Pyrotechnik gekommen sein. „Wir vom Ordnerdienst sind sofort quasi um diese Herrschaften herum gestanden, haben das zu verhindern bzw. zu beruhigen versucht und weil wir eine Holztribüne bzw. eine Holzfassade haben, ist Feuer bei uns natürlich strengstens verboten. Als der Kollege (einer der Ordner, Anm.) dann eben das bengalische Feuer löschen wollte, ist es zur Eskalation gekommen. Ein (MC d’Alger-, Anm.) Fan ist dann auf unseren Ordner gestürmt, und dann hat der Raufhandel eigentlich begonnen“, schilderte der Obmann des SV Buch-St. Magdalena, Stefan Flechl im ORF-Interview.

Ursprünglich hätten die Fans der algerischen Mannschaft gar keinen Zutritt erhalten, da sie den Eintritt nicht bezahlen konnten. Der Verein MC d’Alger sei dann finanziell für sie eingesprungen. „Ein verdächtiges Kleinkind ist immer wieder aus- und eingegangen und hat vermutlich diesen Rucksack, wo diese ganze Pyrotechnik drin war, mit reingeschmuggelt“, so Flechl weiter.

Ordner zur Abklärung im Spital

Nach dem Handgemenge hätten die Tatverdächtigen kurzer Hand die Flucht ergriffen. „Die sind dann hinter dem Stadion raus und über den Zaun gesprungen.“ Die verletzten Ordner seien zur kurzen Kontrolle in ein Spital gebracht worden. Vereinsobmann Flechl resümiert: „Es war ein bisschen Aufregung, klar, aber im Großen und Ganzen ist nichts Tragisches passiert.“

Derartige Aktionen hätten jedoch im Fußball nichts verloren, vor allem auch, weil angesichts der Superstars von Al-Hilal (Ex-Real Madrid-Spieler Karim Benzema spielte in der zweiten Halbzeit) viele Kinder das Spiel verfolgten. Insgesamt waren laut Flechl rund 150 Erwachsene und 60 bis 70 Kinder dabei.

„Grundsätzlich war das der erste Fall, der so eskaliert ist. Wir haben schon mehrere internationale Spiele veranstaltet, voriges Jahr und auch heuer. Solche Situationen, muss ich ganz ehrlich sagen, waren für uns auch neu.“ Die Partie endete schließlich 2:0 aus Sicht des algerischen Meisters.