Jeweils rund zwei Stunden wird am Donnerstagnachmittag und am Freitag in der Früh ein Flugzeug über dem Grazer Stadtgebiet kreisen. Dabei werden Thermalaufnahmen angefertigt, um die größten Hitzepunkte der Stadt festzustellen.
„Daraus kann man eben für die ganze Stadt eine Karte mit den Oberflächentemperaturen erstellen. In dem Flugzeug sind insgesamt drei Sensoren verbaut, Thermal-Infrarotkameras, die Thermalbilder aufnehmen, und eine RGB-Kamera, die RGB-Bilder anfertigt – also im Endeffekt ein Farbfoto“, erklärte Matthias Rosenkranz vom Stadtvermessungsamt.
Ähnlicher Spezialflug bereits 2021 durchgeführt
Mithilfe zweier Flüge zu unterschiedlichen Tageszeiten soll erkannt werden, welche Materialien sich in welcher Geschwindigkeit abkühlen und welches Material Hitze länger speichert. Auch in Kärnten wurde das bereits durchgeführt – mehr dazu in Hitzepole in Klagenfurt werden vermessen (kaernten.ORF.at, 11.8.2024); in Graz gab es einen derartigen Spezialflug zuletzt 2021.
„Dort ist dann zum Beispiel herausgekommen, welche Hitze-Hotspots es gibt – zum Beispiel der Griesplatz, der Jakominiplatz oder auch das Bahnhofsareal“, so Rosenkranz, der in Graz für die Photogrammetrie (Bildmessung, Anm.) zuständig ist. „Im Gegenzug hat man auch noch kühlere Bereiche feststellen können, wie zum Beispiel den Hilmteich oder das Stiftingtal und auch das Schloss Eggenberg.“
Schutz vulnerabler Gruppen
Die angefertigten Messungen und Aufnahmen sollen einerseits als Basis für zukünftige Stadtplanungen dienen und andererseits sowohl dem Gesundheits- als auch dem Umweltamt Daten liefern. Besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen sollen dadurch besser geschützt werden, so Rosenkranz.