Mittwochabend hatte ein 40-Jähriger sein Auto auf der Pyhrnautobahn auf 222 km/h beschleunigt: Der Raser gab nach seiner Anhaltung an, er habe testen wollen, ob der Wagen vor ihm mithalten könne – es war jedoch eine Zivilstreife. Sein Führerschein ist weg, sein Auto darf allerdings nicht beschlagnahmt werden, weil es ihm nicht gehört – mehr dazu in 222 km/h auf A9: Raser von Polizei gestoppt.

Anders in Graz, wo zwei Lenker statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde mit 123 km/h unterwegs waren – mehr dazu in Raser mit 123 km/h in 50er Zone gestoppt (5.7.2026) – bzw. auch in Mariazell, wo ein Motorradfahrer nach 205 km/h auf der Bundesstraße Führerschein und Motorrad verlor – mehr dazu in Mit mehr als 200 km/h unterwegs: Motorrad beschlagnahmt.

Bislang 51 Fahrzeuge vorläufig beschlagnahmt

„Seit 1. März 2024 gibt es die Bestimmung, und seit damals sind in der Steiermark 51 Fahrzeuge vorläufig beschlagnahmt worden, und in der Folge dann zwei behördlich, das heißt, sie sind dauerhaft abgenommen worden“, so Margarete Brenner von der Verkehrsbehörde des Landes. Versteigert wurde bisher aber noch keines der beiden Fahrzeuge, weil die Verfahren noch laufen.

KfV: Momentane Strafen reichen nicht aus

Für Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) reichen die Strafen nicht aus: „Wir haben fast die geringsten Strafen in ganz Europa. Sehr spät erst gibt es einen Führerscheinentzug, und dann ist der sehr kurz. Wenn man denkt, in der Schweiz gibt es 28 Getötete pro eine Million Einwohner, und bei uns sind es 43 Getötete pro eine Million Einwohner. Sogar in Deutschland gibt es weniger Getötete pro Einwohner wie in Österreich.“

Extreme Raser seien überwiegend Männer, sagt Robatsch; oft gehe es darum, andere zu beeindrucken, im Sommer würden außerdem Hitze, Baustellen und Staus das Aggressionspotenzial im Straßenverkehr erhöhen.

Polizei: Mehr Kontrollen

Die Polizei reagiert mit mehr Kontrollen, Fritz Grundnig: „Der Auftrag ist, dass wir die Geschwindigkeitsüberwachung verstärken. Nach wie vor ist ja nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit eine der häufigsten Unfallursachen.“ Extreme Geschwindigkeitsüberschreitungen seien zwar Einzelfälle, so Grundnig, die Folgen können aber verheerend sein.