Im „Steiermark heute“-Samstagsgespräch spricht der Landesleiter der Österreichischen Hagelversicherung in der Steiermark, Josef Kurz, mit ORF Steiermark-Chefredakteur Wolfgang Schaller über die Rolle der Hagelversicherung in der Landwirtschaft.
Im Vergleich zu den 1980er Jahren, als es durchschnittlich fünf Tage mit über 30 Grad in der Steiermark gab, hat der jetzige Sommer bereits 30 solcher Tage gebracht. Die Folgen dieser langanhaltenden Hitzeperiode sind laut Kurz gewaltige Schäden in der steirischen Landwirtschaft.
Die dritte Hitzewelle dieses Sommers bringt die heimische Landwirtschaft in Not und verursacht massive Schäden. Die Österreichische Hagelversicherung spielt eine immer wichtigere Rolle, um Landwirte gegen Extremwetterereignisse abzusichern.
Wetterextreme werden häufiger
Fehlende Niederschläge und die Hitze haben irreversible Schäden besonders bei den Maisbeständen, Kartoffeln und Zuckerrüben verursacht. Diese Pflanzen konnten sich nicht entwickeln und sind teilweise völlig eingegangen: „Wir wissen, das Grünland ist die Futtergrundlage für unsere landwirtschaftlichen Nutztiere. Und die fehlt natürlich in dieser Situation ganz dramatisch. Aber wir haben bereits auch irreversible Schäden im Ackerbau.“
Auch die für die Steiermark typischen Käferbohnen sind von der Hitze in Mitleidenschaft gezogen. Der Klimawandel hat die Situation zusätzlich verschärft, meint Kurz: „Wetterextreme haben in der steirischen Landwirtschaft in den letzten zehn Jahren einen Gesamtschaden von 570 Millionen Euro verursacht. Und das ist schon ein Indiz dafür, dass eine umfassende Absicherung für die Landwirte einfach zunehmend wichtiger wird.“
Versicherung als Rettungsanker
Die Österreichische Hagelversicherung engagiert sich nicht nur in Österreich, sondern ist auch in den umliegenden Nachbarländern wie der Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Rumänien und Bulgarien aktiv. In Slowenien ist sie zum Beispiel das einzige Unternehmen, das Landwirten eine Absicherung gegen Spätfrost bietet. Die Rolle der Hagelversicherung wird somit in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Wetterextreme immer bedeutender.