Hydrologinnen und Hydrologen berichten von einer extremen Situation, die die Trockenheit des Jahres 2003 noch übertrifft. Hermine Mitter von der Universität Graz, Expertin für Nachhaltigkeit und Klimawandel, weist darauf hin, dass die Hitze zur Kornfüllung besonders ungünstig ist.

Menge und Qualität betroffen

Derzeit sind die Auswirkungen bereits sichtbar: „Bei den Getreidearten, wo wir schon in der Ernte sind, da sehen wir dramatische Rückgänge.“ Das gehe aus den ersten Daten der Statistik Austria hervor. „Bei den Erträgen haben wir auch im Durchschnitt – also wichtig ist da immer, dass das Durchschnittserträge sind, über die unterschiedlichen Getreidearten und für ganz Österreich – einen Rückgang von in etwa 20 Prozent. Und das ist schon substanziell“, so Mitter. Betroffen ist nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Getreides.

Steigende Kosten und Preisunsicherheiten

Die niedrigen Wasserstände erschweren auch den Transport auf Wasserwegen, da Schiffe weniger Ladung aufnehmen können. Dies verteuert den Transport und könnte letztlich zu steigenden Lebensmittelpreisen führen.

Mitter betont, dass neben den Erntemengen auch die Transportprobleme durch die Trockenheit verstärkt werden, „neben dem direkten Effekt auf die Hektarerträge oder auf die gesamte agrarische Produktion.“ Zusätzliche Unsicherheiten durch Kriege und geopolitische Spannungen in wichtigen Getreideexportländern könnten die Preise weiter beeinflussen. Wie stark sich dies auf die Supermarktpreise auswirkt, ist derzeit schwer zu prognostizieren.