Über 1.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 62 Ländern sprechen über eine Woche lang in Graz eine Sprache, die es eigentlich gar nicht gibt. Sie wurde vor 139 Jahren künstlich erschaffen und wird auch heute noch von weltweit etwa zwei Millionen Menschen gesprochen.

Internationale Verständigung erleichtern

„Von der Seite her war die Idee, die internationale Verständigung durch die Sprache zu ermöglichen und zu erleichtern“, so Martin Gritsch von der steirischen Esperanto-Gesellschaft. Auch Graz hat eine Esperanto-Vergangenheit, erklärt Norina Schantl vom Esperanto-Verband Graz: „Für mich war das interessant, ich habe vom Esperantoplatz gehört, habe recherchiert, was Esperanto heißt und bin draufgekommen, dass das eine Sprache ist. Ich habe mich dann damit beschäftigt und begonnen, Esperanto zu lernen."

Esperanto hätte die Welt erobern und verbessern sollen – so der Plan des Erfinders Ludwik Lejzer Zamenhof, eines polnischen Augenarztes, der 1887 einen Traum hatte und eine Friedenssprache schaffen wollte. Die österreichische UNESCO-Kommission nahm Esperanto mittlerweile in das nationale, immaterielle Kulturerbe auf – als erst drittes Land weltweit.

Graz profitiert touristisch

Graz als Austragungsort des Esperanto-Weltkongresses profitiert davon auch touristisch, so Graz Tourismus-Geschäftsführer Dieter Hardt-Stremayr: „Einige sind schon vorher angekommen, einige sind schon einige Tage da, hängen eine Woche an. Der touristische Impact ist erstaunlich." Konzerte, Vorlesungen und andere Veranstaltungen im Rahmen des Weltkongresses stehen noch bis 8. August am Programm.