Nach mehr als sechs Jahrzehnten ist die AUA-Flugverbindung zwischen Graz und Wien demnächst Geschichte. Die Strecke sei ein Millionenverlust, mit den Inlandflügen habe man in den letzten zwölf Monaten ein Minus von zwölf Millionen Euro eingeflogen, heißt es von der AUA.
Wirtschaftliche Gründe
Die AUA-Geschäftsführung spricht von einer „schwierigen Entscheidung“, die man in sorgfältiger Abwägung mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen für den Grazer Raum getroffen habe. Man müsse die Strecke aus wirtschaftlichen Gründen streichen, so AUA Vorstandchefin Annette Mann.
Tatsache sei, „dass wir ein Halbjahresergebnis von minus 93 Millionen erreicht haben. Das sind noch einmal 50 Millionen weniger als im Vorjahr. Und in dem Kontext haben wir den Entschluss getroffen, dass wir unseren Winterflugplan anpassen müssen, um die Verluste zu begrenzen.“
Größere Flieger nach München und Frankfurt
Damit dieser Schritt den Wirtschaftsstandort Steiermark nicht zu hart trifft, sollen auf den Flügen nach München und Frankfurt im Winter größere Flieger eingesetzt werden. Außerdem wird es nach Zürich zwei zusätzliche Flugverbindungen pro Woche geben und es werden laut AUA zehn weitere wöchentliche Verbindungen von Eurowings nach Hamburg, Berlin und Düsseldorf angeboten.
Der Geschäftsführer des Flughafens Graz, Wolfgang Grimus hofft, dass sich die Auswirkungen auf die Passagierzahlen dadurch in Grenzen halten: „Es wird das Sitzplatzangebot auf der Frankfurter Strecke zum Beispiel um 25 Prozent erhöht, München um zehn Prozent und Zürich um 40 Prozent. Wir gehen davon aus, dass heuer die Strecke Graz-Wien von rund 60.000 Fluggästen genutzt wird. Einen überwiegenden Teil dieser Passagiere hoffen wir im System halten zu können.“
Durch die größeren Flugzeuge hofft man am Flughafen Graz auch den Verlust der Flughafengebühren etwas ausgleichen zu können.
Betroffene Fluggäste werden kontaktiert
Fluggäste, die bereits Tickets für Reisen ab dem Winterflugplan gebucht haben, werden von der Airline kontaktiert. Die AUA bedauert die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten und wird betroffenen Fluggästen Alternativen anbieten – etwa Umbuchungen auf andere Lufthansa-Verbindungen von und nach Graz.
Hohe Verluste für AUA
Die AUA rutschte in der ersten Hälfte des heurigen Jahres tief in die roten Zahlen. 94 Millionen Euro beträgt der Verlust der Lufthansa-Tochter vor Steuern und Zinsen. Grund dafür seien vor allem die gestiegenen Kerosinpreise – mehr dazu in AUA rutscht tiefer in die roten Zahlen (wien.ORF.at).
Im Mai hatte sich die Chefin der AUA, Annette Mann, noch gegen eine Streichung von Kurzstreckenflügen ausgesprochen. Zugleich räumte sie ein, dass diese nicht immer wirtschaftlich rentabel seien, wie Mann im Ö1-Mittagsjournal erklärte. Die Flugverbindung zwischen Graz und Wien sei eine „Standortfrage“, sagte sie damals – mehr dazu in Wien-Flug ab Graz für AUA „Standortfrage“ (9.5.2026).