Wer schon einmal am Frankfurter Flughafen gelandet ist, der weiß: Bequemes Umsteigen ist dort alles andere als garantiert. Hier werden sich viele den Flughafen Wien ab Herbst zurückwünschen, so Max Schlögl, Sprecher der steirischen Reisebüros.

Wien als attraktiveres Drehkreuz

Wien als Drehkreuz sei da wesentlich einfacher, so Schlögl: „Für alle Destinationen, die ab Graz nicht direkt angeflogen werden, ist der Umstieg über Wien im Vergleich zu den anderen Drehkreuzen, die möglich sind, schon wesentlich komfortabler. Und ja, da fällt schon was Relevantes weg."

Ticketpreise könnten steigen

Wenn der angekündigte Ausbau der Ersatzverbindungen von Graz über Frankfurt, München und Zürich zu schwach ausfällt, könnten auch die Ticketpreise steigen, befürchtet Schlögl: „Wie sich die Kapazitäten dann tatsächlich darstellen, das werden wir dann sehen. Wenn es zu einer Verknappung kommt, dann befürchte ich tatsächlich Preissteigerungen. Wenn die Kapazitäten gleich oder mehr sind, dann könnte es sogar positiv sein."

Das aber nur, wenn die angekündigten größeren Flugzeuge und damit verbundene Kapazitätssteigerungen von bis zu 40 Prozent auf den Ersatzverbindungen wirklich kommen, so der Sprecher der Reisebüros.

93 Millionen Euro Minus für AUA

Die Austrian Airlines flog heuer von Jänner bis einschließlich Juni einen Verlust von 93 Millionen Euro ein. Die AUA muss sparen und stellt Ende Oktober die Verbindung Graz-Wien ein, weil damit kein Geld zu verdienen sei.

Wirtschaftskammer will Verbindung halten

Negative Auswirkungen auf die steirische Wirtschaft befürchtet Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk. Er ruft dazu auf, diese Entscheidung zu überdenken: „Wir sind natürlich völlig überrascht, um nicht zu sagen entsetzt. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass das eine wichtige Verbindung ist. Und deshalb ist natürlich unser Appell, hier auch wieder eine Verbindung zustande zu bringen."

LH weiter für Koralmbahn-Haltestelle

Enttäuscht zeigt sich auch Landeshauptmann Mario Kunasek. Er erneuert die Forderung nach einer Koralmbahn-Haltestelle am Flughafen Graz, um den Standort zu stärken. Er werde mit den Stakeholdern des Flughafens Graz weitere Gespräche über dessen zukünftige Ausrichtung führen, so Kunasek in einer Stellungnahme.