Fürstenfeld kurz vor Mittag – es ist brennheiß! Eine „Hydration-Break“ – also Trinkpause, wie die Fußballer -brauchen die Bauarbeiter mehrmals täglich. Steigt das Thermometer auf über 32,5 Grad, gibt es die Möglichkeit, hitzefrei zu machen, so Christian Supper, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz; und viele nützen diese auch.
„Mensch vor Termin!“
Doch: Hitzefrei ab dieser Temperatur ist nur eine Kann-Bestimmung, so die Kritik der Gewerkschaft. Fehlt dann die Zeit, um pünktlich ein Gebäude zu eröffnen, fehlt bei Auftraggebern oft das Verständnis – „da gehört auch der Bauherr miteingebunden, weil auch der Bauherr hat eine soziale Verantwortung den Menschen gegenüber“, so Supper: „Die Botschaft muss sein: Mensch vor Termin! Der Mensch muss im Vordergrund stehen. Weil bei 38, oder 40, 41 Grad ist es schlichtweg unmöglich, diese Arbeit zu leisten“.
Einem verpflichtenden Hitzefrei ab 32,5 Grad kann die Arbeitgeberseite wiederum wenig abgewinnen: „Hier ist jede einzelne Baustelle extra zu betrachten: Ich kann einen Rohbau etwa schon weit fortgeschritten haben und in den unteren Wohnungen ganz normal arbeiten“, so Josef Paul Gasser von der Landesinnung Bau – man müsse entsprechend und flexibel reagieren.
„Termin bleibt Termin“
Und „Termin bleibt Termin“, das Pönale-Risiko durch freie Hitzetage würden ja ausschließlich die Unternehmer tragen. In Fürstenfeld ziehen Bauherr, Baufirma und Bauarbeiter jedenfalls an einem Strang: Hier gab es am Mittwoch hitzefrei; bei über 32,5 Grad auch in den nächsten Tagen.