Hoch hinaus geht es für die alten Sessel des Zweiersessellifts wohl nicht mehr – zumindest nicht mehr auf den Rosenkranz, sondern nach Hause. Wobei: Zu Hause, das ist bei vielen hier doch recht weit weg. Ein Käufer aus Holland hat 1.200 Kilometer zurückgelegt, um sechs Sessel zu ergattern, ein weiterer aus Bayern 660 Kilometer: „Wir fahren seit zehn Jahren hier Ski, meine Schwiegereltern seit 25 Jahren. Und nächstes Jahr im Sommer haben sie ihren goldenen Hochzeitstag – das soll ein Geschenk sein!“
Vier statt zwölf Minuten
Bei der Kreischberg-Talstation gibt es jetzt also statt Lifttickets gleich ganze Liftsessel zu kaufen, für 150 Euro pro Stück. Kreischberg-Geschäftsführer Karl Fussi erklärt: „Wir ersetzen den aus dem Jahr 1994 stammenden Zweiersessellift am Rosenkranz durch eine moderne Achtersesselbahn. Der alte Lift ist ja noch sehr gemächlich gefahren; man ist gut zwölf Minuten damit unterwegs gewesen.“
Künftig soll es ein bisschen schneller gehen, so Kreischberg-Geschäftsführer Reinhard Kargl: „Komfortabel von der Talstation Rosenkranz in vier Minuten bis zur Bergstation; acht Personen pro Sessellift, 4.000 Personen pro Stunde. Das Investitionsvolumen beträgt zwischen 18 und 20 Millionen Euro.“
Kindheitserinnerung und Hochzeitsgeschenk
Zurück zu den guten alten Sesseln – viele von ihnen werden wohl zu Gartenmöbeln umfunktioniert, etwa von Skicross-Läuferin Katrin Ofner: „Ich habe sehr gute Kindheitserinnerungen an den Rosenkranz-Lift. Gefühlt habe ich Stunden darauf verbracht; einfach als Erinnerung und als nettes Souvenir möchte ich daraus gern eine Schaukel bauen.“
Insgesamt sind 220 Sessel an den Mann oder die Frau oder an Mann und Frau zu bringen – wie im Fall von Dominik Obermaier aus St. Lambrecht: „Wir sind aus der Region und wir heiraten nächstes Jahr. Unser erstes Date war auf dem Kreischberg, und da sind wir natürlich mit dem Rosenkranz-Lift gefahren. Den stellen wir uns in den Garten. Das wird ein super Andenken.“