Erwin Wieser vom Gesundheitsamt Graz leitet das Tigermückenprojekt. Er und sein Team besuchen betroffene Gebiete.
„Wir bekommen die Meldungen entweder über die Mosquito-Alert–App oder wir bekommen Telefonanrufe oder E-Mails und fahren dort hin und versuchen im Garten Brutstätten ausfindig zu machen. Wir suchen dann alles ab, reden mit den Eigentümern und zeigen, wo das Problem liegt. Dann gehen wir zum nächsten Grundstück, zum übernächsten und versuchen so die ganze Gegend abzuarbeiten. Tigermücken fliegen nicht weit. Nur etwa 100 bis 150 Meter.“
Es brauche Mithilfe der Bevölkerung
Hier brauche es dringend mehr Kooperation der Bevölkerung: „Wir läuten an und man sieht, der Vorhang geht zu und manchmal sagen sie, lasst uns in Ruh, wir haben keine Tigermücken, wir haben kein Tigermückenproblem. Wir wissen aber, dass es Probleme gibt, weil wenn sie in diesem Garten sind, sind sie im nächsten genauso.“ In zwei Gebieten in Graz werden wöchentlich tausende sterile Tigermückenmännchen ausgesetzt – so konnte die Population in den Testgebieten um bis zu 70 Prozent reduziert werden.
„Brutstätten beseitigen hilft“
Tatsächlich ausrotten wird sich die Tigermücke allerdings nicht mehr lassen – wichtig sei, in den eigenen Gärten nach Brutstätten Ausschau zu halten.
„Wir merken, da wo die Leute aktiv sind, wo sie die Brutstätten beseitigen, da wird weniger – da melden uns die Leute, das hilft wirklich. Weil das Aussetzen von Sterilisierten ist zu wenig – das ist nur ein Baustein. Wenn im Hintergrund weiter gezüchtet wird, dann ist es wie wenn man einen Kübel Wasser in die Mur schüttet. Das bringt dann nichts.“
Heuer macht man ein Monitoring in Liebenau um zu schauen, wie viele Tigermücken man kommendes Jahr aussetzen muss, um die kleinen Quälgeister in dieser Region zu bekämpfen.