Man wisse, dass die Extreme mehr werden, so der Klimaforscher Karl Steininger vom Wegener Center der Universität Graz. „Gerade wir in Österreich und Europa haben eine enorme Bedeutung, weil wir eine enorme Vorbildwirkung haben. Wir haben die Humanressourcen, das Wissen, hier wirklich einen klimaneutralen Lebensstil, klimaneutrale Technologien zu entwickeln.“

Österreich hat „Multiplikatoreneffekt“

Der globale Süden, Indien zum Beispiel, würde auf Europa schauen. „Wenn wir es hier schaffen, das wirklich umzusetzen und zu zeigen, dass es damit ein besseres Leben insgesamt wird, und wir können da einige Beispiele durchgehen, dann werden es auch die anderen Länder durchführen. Und insofern haben wir in Österreich und Europa hier Multiplikatoreffekt.“

Zwar stößt Österreich insgesamt nur knapp 0,2 Prozent des weltweiten CO2 aus – in Europa habe man aber das Wissen darüber, wie man klimaneutrale Technologien entwickle. „Wenn wir es nicht schaffen, dann werden wir es als Planet viel später schaffen. Und vor allem, wir werden auch unserem Wirtschaftsstandort damit schaden, wenn wir nicht rechtzeitig auf die zukünftigen Exportprodukte gehen, die in Zukunft die einzig Nachgefragten sind. Klimaneutrale.“

„Haben Technologien, wo wir führend sind“

Der Klimaforscher spricht hier etwa die Zementindustrie an, wo der Kohlenstoff im Kreislauf geführt werden kann und nicht in die Luft emittiert wird. Das sei aber nicht alles. „Wir haben im Stahl neue Produktionsverfahren, die wir dann einsetzen können und eben nicht mehr, elf Prozent der österreichischen Emissionen kommen aus dem Stahlsektor, eben nicht mehr diese Emissionen haben. Und das sind Technologien, wo wir in Europa wirklich führend sind und wo die Welt auf uns wartet.“

Die Zeit jetzt müsse man als Momentum verstehen, in dem man handeln könne, so Steininger.