Vier Steirer am Gipfel – diese Bergsteigergeschichte ist mittlerweile 50 Jahre alt und noch immer in aller Munde: „Wir haben damals nicht gewusst, was wir eigentlich da hier auf den Weg für die alpine Geschichte Österreichs und auch international zustande gebracht haben“, erinnert sich Robert Schauer.
„Dann gibt’s kein Weglaufen“
Der Nanga Parbat; ein 8.125 Meter hoher Koloss im Himalaya-Gebiet – die vier Eroberer aus der Steiermark waren dort auf dem Weg, um mit ihren Spuren im Schnee die Kletterwelt für immer zu verändern: „Wenn man dann in der Situation drin ist, gibt’s kein Weglaufen, dann muss man das Beste aus der Situation machen“, schildert Siegfried Gimpel.
Was mittlerweile für hunderttausende Euros als scheinbar selbstverständliche Tour angeboten wird, das war vor 50 Jahren ein hochriskantes Unterfangen – ohne Garantie auf eine Rückreise, so Hans Schell: „Der Nanga Parbat war ja dieser gefürchtete Killer Mountain – und dass da so Nobodies wie wir es waren geschlossen auf den Gipfel kommen, hat natürlich international viel Aufsehen erregt.“
Eine Stunde auf dem Gipfel
Hans Schell, der heute ein Schlüsselmuseum in Graz betreibt, öffnet damit eine Route auf den noch unbestiegenen Südwestgrat des Nanga Parbat, die Reinhold Messner schließlich als Meisterstück titulieren wird.
Lebensverändernd war die Stunde auf dem Gipfel – für die Protagnisten, für Hans Schell, für Robert Schauer, später der erste Österreicher am Mount Everest, für Siegfried Gimpel und für Hilmar Sturm, der nur wenige Jahre danach am Großvenediger sein Leben verlor – einmal am Berg – für immer Legenden.