Niemand ist gefeit davor, im Internet abgezockt und betrogen zu werden. Nicht nur ältere Menschen sind betroffen, weiß Reinhard Gartner, der im Cybercrime-Training Center der steirischen Polizei tätig ist.

Anzeigen haben sich in elf Jahren versechsfacht

Investmentbetrug, Lösegelderpressungen und „Phishing-Angriffe“, bei denen sensible Daten, wie etwa Kreditkartennummern, gestohlen werden, beschäftigen die steirische Polizei regelmäßig. Der Betrug im Netz nimmt stark zu: 2015 gab es knapp über 1.000 Anzeigen gegeben, „aktuell sind es in der Steiermark über 8.000 Anzeigen. Zwischen 2015 und 2026 hat sich das Ganze somit versechsfacht“, sagt Gartner.

Polizei rät zu großer Wachsamkeit

Betrüger würden ihre Taktik regelmäßig ändern, schildert der Experte, und sie setzen auf aktuelle Ereignisse, wie etwa die alljährliche Arbeitnehmerveranlagung im Frühjahr. Ermittler Gartner rät deshalb: „Prüfen, nachdenken, erst dann klicken und selbst bevor ich noch irgendwelche persönlichen Zahlungsdaten eingebe, noch einmal überprüfen.“

Wenn man online etwas kaufen möchte, sei ein Blick ins Impressum der Webseiten eine gute Idee und diese Daten auch zu überprüfen, so der Tipp des Experten, denn selbst das Impressum werde teilweise gefälscht. Betrügerische Seiten im Internet landen zudem oft auf der „Watchlist Internet“ und bei der Finanzmarktaufsicht.

Cybercrime-Training-Center als Pfeilspitze gegen Betrüger

Das Cybercrime-Training-Center in Graz ist zwar noch ein Projekt der Polizei, aber schon jetzt ein erster Schritt gegen die Online-Kriminalität. Knapp jeder dritte Online-Betrug werde mittlerweile aufgedeckt. Künftig soll diese Rate größer werden. Möglich machen sollen das weitere Cybercrime-Ausbildungsstätten der Polizei, die auch schon in den Startlöchern stehen.