Um 19.24 Uhr und fünf Sekunden werden etwa in Graz die Blicke Richtung Westen gerichtet sein – in Leoben schon kurz davor, in Leibnitz kurz danach.
Je höher oben, desto besser die Sicht
„Je höher man oben ist, desto besser wird das zu beobachten sein. Wir haben beschlossen, dass wir uns am Grazer Schloßberg positionieren, aufgrund dessen, dass wir eben viele Menschen begeistern und erreichen wollen“, sagt die Astrophysikerin Manuela Temmer von der Uni Graz.
Das Institut für Astro- und Geophysik stellt am Grazer Schloßberg Teleskope und Finsternisbrillen zur Verfügung, auch Sonnenfilter für Handys, die beim Filmen unbedingt empfohlen werden. Am Schlossberg dauert das Spektakel allerdings nur etwa 25 Minuten, da der Plabutsch schon früh einen Schatten wirft.
Sonnenfinsternis: Erinnerungen an 1999
Am Mittwoch verdunkelt sich die Sonne über Europa. Auch in der Steiermark kann man die – hierzulande partielle – Sonnenfinsternis beobachten. Wer zuschauen will, sollte unbedingt eine Schutzbrille verwenden. Bei vielen werden wohl auch Erinnerungen an die totale Sonnenfinsternis 1999 wach.
Voraussichtlich bessere Chancen gibt es in den südlichen Umlandgemeinden, wer in der Obersteiermark lebt, sollte möglichst weit hinauf. Neben einem freien Blick auf den Horizont ist der richtige Augenschutz unabdingbar, weiß Optikerin Ulrike Penitz: „Wenn man bei einer Sonnenfinsternis ungeschützt hinschaut, dann kann es zu Verletzungen, Verbrennungen auf der Netzhaut kommen und auch zu wirklich langwierigen Folgeschäden.“
Spezialbrillen und -filter ausverkauft
Die Sonnenfinsternis-Brillen sind aber bei den steirischen Optikern aber schon seit Tagen vergriffen, so Penitz weiter: „Wir haben einen Ansturm auf diese Brillen erlebt. Am Montag hatten wir 255 Anrufe wegen der Sonnenfinsternis-Brillen allein hier in der Filiale in der Herrengasse.“
Selbiges gilt für Foto-Fachgeschäfte, wie Viktoria Riedner von Foto Weiss erzählt: „Die Nachfrage ist natürlich sehr hoch. Wenn man es fotografiert, sollte man unbedingt einen Filter nehmen, einen sehr dichten Neutraldichtefilter. Der schützt den Sensor vor der Sonneneinstrahlung.“ Was dem Auge schadet, kann auch der Kamera – selbst der im Handy – schaden.
Auch die Tierwelt reagiert
Laut Naturschutzbund reagieren auch die Tiere auf eine Sonnenfinsternis, wie Beobachtungen bei der totalen Sonnenfinsternis im August 1999 gezeigt hätten. Hunde etwa seien beunruhigt gewesen, Rinder bewegten sich in Richtung Stallungen, Ziegen legten sich nieder und Ameisen zogen sich, wie auch die Vögel, in ihre Nester zurück. Diesmal dürften die Auswirkungen auf die Tierwelt nicht so stark sein, da es sich um eine partielle Sonnenfinsternis handelt, die noch dazu am Abend zu beobachten ist. In Wien werden am Mittwoch aber immerhin 89 Prozent der Sonne abgedeckt sein.