In den Fokus der Ermittlungen waren zunächst zwei ukrainische Staatsbürger im Alter von 26 und 28 Jahren geraten: Gemeinsam mit weiteren Komplizen sollen sie mehrere Ladendiebstähle in Grazer Einkaufszentren verübt haben.

Die Staatsanwaltschaft ordnete daraufhin an, die Personen weiter zu observieren. Dabei stellte sich heraus, dass die Bande ihre Vorgehensweise geändert und sich auf die gefälschte Anmeldung hochpreisiger Mobiltelefone spezialisiert hat.

Teure Handys in Shops erschlichen

Der 26-Jährige und der 28-Jährige warben dafür ukrainische Landsleute an und schickten sie in Handyshops in Grazer Einkaufszentren. Dort wurden von den Mittelsmännern Verträge für teure Handys auf Ratenzahlung abgeschlossen – im Wissen, dass die vereinbarten Raten niemals beglichen würden. Die Fädenzieher hielten sich währenddessen im Hintergrund, gaben gezielte Instruktionen und nahmen danach die erschlichenen Geräte entgegen. Die Anwerber und Vermittler erhielten eine kleine Entlohnung.

Festnahme vor Einkaufszentrum

Zu Beginn dieser Woche kam es schließlich zu einem gezielten Einsatz der Polizei vor einem Grazer Einkaufszentrum, an dem auch eine Spezialgruppe, Polizeidrohnen und Diensthunde beteiligt waren und bei dem der Bande das Handwerk gelegt werden konnte.

Konkret wurde ein 22-jähriger Hauptverdächtiger dabei beobachtet, wie er mit zwei Landsleuten – 39 und 66 Jahre alt – einen Handyshop aufsuchte. Während in einem Fall die Anmeldung wegen fehlender Bonität abgelehnt wurde, gelang in einem zweiten Fall der Abschluss. Der 22-Jährige übergab das hochpreisige Mobiltelefon in weiterer Folge an die beiden Haupttatverdächtigen. Alle Beteiligten wurden darauf am Haupteingang des Einkaufszentrums von der Polizei festgenommen.

Verträge und Ausweise sichergestellt

Bei der anschließenden Personendurchsuchung wurden beim 28-jährigen Hauptverdächtigen mehrere tausend Euro an Bargeld sichergestellt. In seinem Pkw entdeckten die Ermittler zudem Ausweise weiterer Personen sowie Handy-Verträge, die auf andere Personen ausgestellt waren. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung an der Wohnadresse des 28-Jährigen sicherten Polizisten weiteres Beweismaterial.

Verdächtige teilweise geständig

Bei den Einvernahmen zeigten sich die Festgenommenen teilweise geständig. Die vier Hauptverdächtigen im Alter zwischen 22 und 28 Jahren wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Der verursachte Gesamtschaden dürfte laut Polizei im sechsstelligen Euro-Betrag liegen. Weitere Ermittlungen laufen noch.