Die Hauptlesezeit für steirische Qualitätsweine beginnt meist erst im September, mancherorts dürfte es heuer aber schon Ende August losgehen. Die Weinlese heuer sei damit eine der frühesten, die es je in der Südsteiermark gegeben hat, bestätigt Winzer Erich Polz Junior aus Spielfeld.

Trauben durch Trockenheit klein

Georg Regele, Obmann des steirischen Weinhandels, rechnet durch die Trockenheit aber mit deutlichen Auswirkungen: „Die Trauben bleiben klein. Ich sehe eine kleine Ernte auf uns zukommen.“ Denn schon im Juli hatten die Trauben „Trockenstress“, so Regele.

Lokalaugenschein in der Südsteiermark

Hohe Temperaturen, wenig Niederschlag – wie wirken sich die mittlerweile vier Hitzewellen auf den steirischen Wein und die anstehende Ernte aus? Sandra Suppan hat bei Familie Polz in Strass in der Südsteiermark nachgefragt.

Vor allem junge Reben bräuchten viel Fürsorge und vor allem Wasser: „Die Reben haben noch nicht so ein kräftiges Wurzelwerk und speziell in Perioden, wo wir länger keinen Niederschlag haben, müssen wir schon mit relativ viel Aufwand schauen, dass sie zu ihrem Wasser kommen, damit sie dann irgendwann so richtig tief wurzeln und diese Perioden ganz gut überstehen“, erklärt Winzer Erich Polz Junior.

„Haben viel dazu gelernt“

Die Weinstöcke mussten demnach gesondert bewässert werden – an Extremtagen hat jeder Stock ein paar Liter Wasser abbekommen. Doch man lerne dazu, sagt Erich Polz, der Vater von Polz junior. Er hat den Betrieb zuvor jahrelang geführt.

Der heurige Sommer habe bei ihm Erinnerungen an das Jahr 1991 geweckt: „Das war der erste wirkliche Hitzeschock für uns Jungwinzer damals. Und von dort weg, haben wir wirklich viel dazugelernt. Wir haben damals geschaut, dass wir die oberen Wurzeln mit einem Pflug wegschneiden.“ Denn wichtig sei es, dass die Pflanzen tief wurzeln und sich so selbst mit Wasser versorgen können.