Dachzelte für das Auto versprechen die große Freiheit: Montieren, wegfahren und übernachten, wo man es möchte. Die kompakten, fix am Autodach montierten Zelte können dabei in Minutenschnelle aufgebaut werden.
Mittendrin im Boom ist die Firma Wilded mit Sitz in Gamlitz: Hunderte hier entwickelte Dachzelte fahren bereits durch die ganze Welt, und die Nachfrage ist unverändert groß: „Wir sind unterm Jahr regelmäßig ausverkauft, wir schauen aber, dass wir trotzdem die Produkte gleich wieder lagernd haben“, sagt Firmengründer Nikolaus Musger.
Schnell auf- und abzubauen
Er und sein Mitgründer kommen aus der Auto- bzw. Bahnindustrie. Mittlerweile haben sie drei verschiedene Dachzelttypen entwickelt – wichtig war dabei, so Musger, „dass es einfach ist. Wir genießen das, wenn man wo hin fährt, und du kannst es schnell aufbauen und schnell zumachen“.
Wichtig ist, dass das Dachzelt und der Dachträger zusammenpassen und die maximale Dachlast beachtet wird. Softtop-Dachzelte wiegen zwischen 30 und 80 Kilogramm, dazu kommen die Bewohner – Autodach und Dachträger müssen diesem Gesamtgewicht standhalten.
Das Zeltmaterial sollte reiß- und wetterfest sein. Schrauben, Reißverschlüsse und Dichtungen dürfen nicht rosten, und das Zelt muss beschichtet sein, um bei Nässe, UV-Licht, Hitze oder Kälte nicht porös zu werden. „Hartschale ist die bequemste Möglichkeit. Im Dachzelt ist immer Platz für das Bett samt Matratze, Bettwäsche und Pölster. Das kann immer drinnen bleiben“, erklärt der passionierte Dachzelt-Camper Boris Rafolt aus Werndorf.
Um auf das Dach des Autos zu kommen, empfehlen Experten eine Teleskopleiter, die auch leicht im Dachzelt verstaubar ist.
Aufbau von kleinerem Modell in wenigen Sekunden
Der Aufbau dauert laut Angaben der Hersteller oft nicht länger als fünf Minuten, die Dachzelte bieten bis zu sechs Personen Platz. Sie sind mit Licht ausgestattet, und es gibt auch mehrere Ablagemöglichkeiten. „Man kann in Ablagetaschen oder Netzen seine Kleidung verstauen. Und jede Öffnung des Zelts ist mit Moskitonetzen versehen, damit man ungestört schlafen kann“, so Rafolt. Außerdem sind die Zelte mit Fenstern ausgestattet. Bei großen Modellen ist sogar ein Rundumblick möglich.
Campingboom ungebrochen
Generell bricht der Camping-Boom in Österreich alle Rekorde. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Tourismusbranche laut Statistik Austria einen neuen Höchststand von rund 8,8 Millionen Übernachtungen auf den heimischen Campingplätzen. Das ist damit das fünfte Rekordjahr in Folge, wobei besonders die Steiermark stark zulegt.