Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) sagte, der heutige Tag sei ein klarer Auftrag an die Politik in Berlin und Brüssel, den BBT-Nordzulauf rasch umzusetzen und die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene zu unterstützen. „Der BBT wird die Mobilität in Mitteleuropa revolutionieren, wenn er aber seine entlastende Wirkung voll und ganz ausschöpfen soll, muss der Güterverkehr konsequent auf die Bahn umsteigen. Hierfür brauchen wir die notwendigen Zulaufkapazitäten, damit die vielen Züge auch das Tunnelportal erreichen und den BBT voll nützen können“, so Mattle.
Zumtobel: Politik muss Meter machen
Verkehrslandesrat Rene Zumtobel (SPÖ) sagte, der BBT wachse Meter für Meter zusammen, im Gleichschritt dazu müsse auch die europäische Verkehrspolitik Meter machen – insbesondere bei den Maßnahme zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.
„Dass sich der Deutsche Bundestag nun endlich in absehbarer Zeit mit konkreten Vorschlägen für den Nordzulauf in Bayern befassen wird, ist ein wichtiges Signal für die gesamte Verlagerungspolitik am Brennerkorridor“, so Zumtobel. Tirol werde sich mit allen zur Verfügung stehenden politischen und diplomatischen Mitteln weiterhin dafür einsetzen, dass der Tunnel ab Inbetriebnahme optimal genutzt werde und die Tiroler Bevölkerung ab Tag eins spürbar vom Transitverkehr entlastet werde.
Grüne: Mair für Landtag auf der Autobahn
Der grüne Klubobmann Gebi Mair sagte anlässlich der Durchschlagsfeier, im Moment könnten sich die Tirolerinnen und Tiroler davon nichts kaufen. Um die Verlagerungsgarantie stehe es nicht erst mit den Schlussanträgen des EuGH Anwalts schlechter denn je. Nach wie vor sei nicht im Ansatz geregelt, dass auch tatsächlich der Transit von der Straße auf die Schiene verlagert werde. „Ich habe heute den Vorstoß gemacht, eine Versammlung des Landtags auf der Autobahn abzuhalten“, so Mair.
Durchschlag in 1.400 Meter Tiefe
Beide Haupttunnelröhren unter der Staatsgrenze wurden am Dienstag nahezu zeitgleich geöffnet. Rund 1.400 Meter unter der Gebirgsüberlagerung am Brennerpass entstand damit eine durchgehende Verbindung zwischen Österreich und Italien. Als besonders herausfordernd hätten sich das harte Zentralgneis-Gestein, Felstemperaturen von etwa 30 Grad Celsius sowie lange Transportwege erwiesen, so die Verantwortlichen. Mitte September 2025 war dort bereits der Durchschlag des Erkundungsstollens erfolgt.
Nordzulauf hinkt Basistunnel hinterher
Derzeit ist geplant, dass der BBT im Jahr 2032 in Betrieb gehen soll. Seit 2012 ist die Zulaufstrecke ab Radfeld ausgebaut. Der zweite Teil zwischen Schaftenau und Radfeld soll bis 2039 errichtet werden. Für den dritten Teil bis zur Staatsgrenze bei Kufstein braucht es die Abstimmung mit der deutschen Seite, wo man aber in Verzug ist. Vor wenigen Wochen wurde von der Deutschen Bahn die Vorplanung für den Nordzulauf abgeschlossen. In weiterer Folge muss der Deutsche Bundestag entscheiden.