Wegen der fehlenden Niederschläge, sei aktuell praktisch keine Region Tirols von der erhöhten Waldbrandgefahr ausgenommen, so Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher gegenüber ORF Tirol. Noch mehr gelte das aber für Sonnenhänge und Gegenden mit Kalkböden, die in der Regel noch trockener sind.
Als Brandquelle kommt laut Staudacher dabei nicht nur die vielfach zitierte, weggeworfene Zigarette in Frage. Grillereien in der Nähe von trockenen Wiesen oder Böschungen können demnach genauso Flurbrände auslösen wie Grasschnitt mit Rasenmähern oder Trimmern mit Metallklinge, weil es auch beim Kontakt des rotierenden Schnittmessers mit einem Stein zu Funken kommen kann.
Schutzfunktion des Waldes durch Brände in Gefahr
Das Land Tirol und der Landesfeuerwehrverband riefen in einer Aussendung vom Mittwoch jedenfalls zu größter Vorsicht bei allen Aktivitäten in Wald- und Wiesengebieten auf. Gerade Wälder haben laut Land auch eine spezielle Schutzfunktion in Tirol. Werde die Vegetation durch einen Wald- oder Flächenbrand zerstört, dann könne der Boden geschädigt werden oder durch Erosion verloren gehen. Es dauere dann meist viele Jahre, bis durch Aufforstungen der Schutz vor Lawinen, Steinschlag und Muren wieder hergestellt ist.
Bei Sichtung von Feuer oder Rauch sofort Alarm schlagen
Wer einen Wald- oder Flurbrand oder eine verdächtige Rauchentwicklung bemerkt, soll laut Land Tirol umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 122 verständigen. Dabei seien möglichst genaue Angaben zum Brandort, zum Ausmaß des Feuers und zu möglichen Zufahrtswegen wichtig.
Von eigenen Löschversuchen wird insbesondere bei rascher Brandausbreitung oder starker Rauchentwicklung abgeraten. Betroffene sollten sich im Zweifel in Sicherheit bringen und allenfalls die eintreffenden Einsatzkräfte einweisen. Die aktuelle Trockenheit kann in Kombination mit Wind innerhalb kürzester Zeit zu einer schnellen Ausbreitung von Wald- und Wiesenbränden führen, warnte Landesfeuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter. Für eine rasche und gezielte Brandbekämpfung sei es entscheidend, dass ein Feuer so schnell wie möglich gemeldet wird. Dabei kann jede Minute zählen, um die Flammen einzudämmen, bevor sie komplett außer Kontrolle geraten oder sich in extrem schwieriges Gelände ausbreiten.