Das Klärwerk wurde durch die Unwetter vermurt und war aufgrund einer kaputten Brücke längere Zeit nicht erreichbar, ehe dort am Donnerstagvormittag mit den Aufräumarbeiten gestartet werden konnte.

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Keine Menschen verletzt

Das Problem mit dem Klärwerk bezeichnete Bürgermeister Ernst Schöpf am Donnerstagmorgen gegenüber dem ORF Tirol aber nicht als die ganz große Tragik. Auch wenn man derzeit überhaupt nichts zum Innenleben der Kläranlage sagen könne. Entscheidend sei, dass es keine Personenschäden gegeben habe. Durch die rege Bautätigkeit in Sölden seien viele Geräte greifbar, so Schöpf. Im benachbarten Pitztal war der hintere Talabschnitt aufgrund von Muren nicht erreichbar – mehr dazu in Pitztalstraße könnte ab Mittag frei sein.

Rofenbach

Polizei und die Wildbach- und Lawinenverbauung erkunden den Rofenbach bei Vent

Schöpf nennt als Ursache für die Muren örtlich stabile Gewitterzellen. Wenn ein solches Gewitter mit Hagel versetzt in einen Bereich „hineinhaut“, dann entstünden solche Muren, „die sind einfach Teil des Lebens im Hochgebirge“, so der Söldener Bürgermeister.

Feuerwehrkommandant: Lage hat sich verbessert

Der Kommandant der Feuerwehr Sölden, Philipp Fender, sagte am späten Donnerstagvormittag, die Lage habe sich definitiv zum Besseren entwickelt. Es habe sich alles entspannt, die Aufräumarbeiten beim Klärwerk seien voll im Gange. Im Ortsteil Gehörde, wo man es mit überfluteten Kellern zu tun gehabt habe, könne man um die Mittagsstunden mit einem Ende rechnen.

Alarm um 22.15 Uhr ausgelöst

Nach starken Unwettern im hinteren Ötztal war kurz nach 22.15 Uhr ein behördlicher Alarm ausgelöst worden. Es kam im Gemeindegebiet von Sölden zu Murenabgängen und Überflutungen.

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Laut Leitstelle Tirol gab es gegen 20.45 Uhr im Bereich der Ortschaft Vent ein schweres Gewitter. Bei den Rofenhöfen oberhalb von Vent verlegte eine Mure eine Straße, rund 30 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden, sagte Bürgermeister Schöpf zur APA. Man verzeichne Sachschäden, verletzt wurde niemand.

30 Personen in Hotel untergebracht

Die betroffenen 30 Personen wurden in einem Hotel in Vent untergebracht, so Schöpf. Zudem seien im Bereich der Rofenhöfe ein Parkplatz unterspült und Autos beschädigt worden. Die Straße nach Vent blieb über Nacht aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Rofenbach

Der Rofenbach bei Vent wurde vom kleinen Bach zum reißenden Strom

Die Unwetter zogen in der Folge weiter Richtung Hauptort der Gemeinde Sölden. Dort wurden im Ortszentrum Tiefgaragen überflutet. Betroffen waren aber auch andere Ortsteile. In und um Sölden wurden laut Leitstelle vorübergehend zweihundert bis dreihundert Personen in Sicherheit gebracht. Feuerwehr, Rettung und Bergrettung waren im Großeinsatz.

Flutwelle talauswärts unterwegs

Wegen der Murenabgänge in die Ötztaler Ache wurde eine Flutwelle talauswärts ausgelöst. Die Feuerwehren entlang des Flusses beobachteten die weitere Entwicklung und waren in der Akutphase bei Brücken und Gebäuden entlang der Ache postiert.

Detaillierte Warnung

Die Bevölkerung wurde zunächst aufgerufen, den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte zu folgen. Keller, Tiefgaragen und Unterführungen sollten gemieden werden. Ebenso sollten sich die Menschen von Gewässern und Uferbereichen fernhalten und sich nicht auf Brücken aufhalten.

Nach 23.00 Uhr entspannte sich die Lage

Gegen 23.15 Uhr konnte die behördliche Warnung wieder aufgehoben werden. Die Lage entspannte sich. Die Einsatzkräfte waren aber weiter mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Die in Sicherheit gebrachten Bewohner und Bewohnerinnen konnten im Raum Sölden wieder zurück in ihre Häuser. Zuvor war in der Freizeitarena in Sölden eine Notunterkunft eingerichtet worden.