Die Tiroler ÖVP-SPÖ-Landesregierung setzt beim Kinder- und Jugendschutz sowie bei der Unterstützung von Frauen in schwierigen Lebenssituationen auf ein neues Konzept. Das „Soziale Haus“ in Innsbruck vereint auf mehr als 2.500 Quadratmetern Beratungs-, Wohn- und Betreuungsangebote. Untergebracht sind dort die Tiroler Kinder- und Jugend GmbH sowie der Verein „lilawohnt“.

"lilawohnt“ war zuvor jahrzehntelang in der Adamgasse untergebracht. Geschäftsführerin Julia Schratz sprach nun von dringend notwendigen modernen und barrierefreien Räumlichkeiten. Die Beratungsstelle begleite jährlich rund 1.000 Frauen. Zusätzlich gebe es zehn Wohneinheiten mit insgesamt 14 bis 18 Plätzen für Frauen und ihre Kinder.

Umfassendes Schutzangebot und moderne Räumlichkeiten

Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ) sagte bei einem Pressegespräch am Donnerstag, das Haus biete „Beratungs- und Wohnangebote für wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen mit und ohne Kindern“ und stelle zugleich Räumlichkeiten für die Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. Das Gebäude ergänze das bestehende Angebot an betreutem Wohnen in Tirol. Während Schutzwohnungen vor allem dem Schutz vor Gewalt dienten, stehe beim betreuten Wohnen die sozialarbeiterische Begleitung von Frauen im Mittelpunkt, die sich eine neue Existenz aufbauen müssten.

Das Projekt wurde laut Pawlata gemeinsam von der Stadt Innsbruck, der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) und dem Land Tirol umgesetzt. Das Land fördere den Beratungs- und Wohnbereich von „lilawohnt“ mit 540.000 Euro. Die Leistungen der Tiroler Kinder- und Jugend GmbH würden über den Normtagssatz finanziert.

Die Geschäftsführerin von „lilawohnt“, Julia Schratz, hob besonders die barrierefreie Ausstattung hervor. „Uns ist gelungen, zwei Wohnungen für Rollstuhlnutzerinnen auszulegen“, sagte die Geschäftsführerin. Insgesamt seien rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort tätig.

Platz für 24 Kinder und Jugendliche

Auch die Tiroler Kinder- und Jugend GmbH ist im neuen Gebäude untergebracht. Geschäftsführerin Elke Luwitsch erklärte, dass dort zwei sozialpädagogische Wohngemeinschaften mit jeweils neun Plätzen sowie eine Kleingruppen-Wohngemeinschaft mit vier Plätzen eingerichtet worden seien. Das Angebot richte sich an Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren.

Zusätzlich gebe es zwei Trainingswohnungen, in denen Jugendliche unter Betreuung auf ein eigenständiges Leben vorbereitet würden. „Insgesamt haben wir Platz für 24 Kinder und Jugendliche“, sagte Luwitsch. Die Betreuung erfolge rund um die Uhr durch insgesamt 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Aufenthalte seien in der Regel langfristig angelegt und würden durch intensive Elternarbeit begleitet.

Das Gebäude, in dem früher die Lebenshilfe untergebracht war, wurde nach dem Baustart 2024 saniert und aufgestockt. Die Schlüsselübergabe erfolgte bereits Ende vergangenen Jahres, inzwischen befindet sich das „Soziale Haus“ laut den Verantwortlichen im Vollbetrieb.