Die Vollsperre der stark frequentierten Fernpassstraße begann um 9.45 Uhr und dauerte bis 12.00 Uhr. Betroffen war ein 34 Kilometer langer Abschnitt zwischen Nassereith/Rastland im Bezirk Imst und Reutte/Burgenwelt Ehrenberg Klause-Parkplatz Außerfern. Nach Beginn der Sperre setzten sich auf beiden Seiten Protestmärsche der Bürgerinitiative in Bewegung. In Nassereith führte der Demonstrationszug bis zum Parkplatz Fernstein, in Reutte abwärts bis zum Parkplatz Postwiese. Insgesamt rund 950 bis 1.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen – mehr als bei der „Premiere“ am 27. Juni – versammelten sich bei den Kundgebungen.

Die Demonstrationen richteten sich laut den Veranstaltern vor allem gegen das von der schwarz-roten Tiroler Landesregierung forcierte „Fernpasspaket“ sowie gegen den aus Sicht der Initiative überbordenden Transitverkehr in der Region. Bereits am 27. Juni hatte die Bürgerinitiative zwei Kundgebungen entlang der Fernpassroute organisiert. Damals nahmen laut Angaben bis zu 700 Menschen teil, die Straße war ebenfalls rund zwei Stunden lang gesperrt worden.

Behörden setzten weitere Maßnahmen

Das Land Tirol hatte bereits im Vorfeld an Reisende appelliert, die Fernpassroute am Samstag zu meiden beziehungsweise großräumig zu umfahren. Hintergrund war der erwartete starke Reiseverkehr zum Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg sowie möglicher zusätzlicher Verkehr vor und nach den Demonstrationen.

Parallel zur Sperre der B179 wurde erneut auch die Hahntennjoch-Straße (L246) gesperrt. Als Grund nannten die Behörden „Kapazitäts- und Versorgungssicherheitsgründe“. Diese Maßnahme war bereits bei den Demonstrationen Ende Juni gesetzt worden. Zusätzlich verwiesen die Behörden auf bestehende Fahrverbote für den Ausweichverkehr im Bezirk Reutte. Betroffen waren die Reuttener Straße (L69) in Fahrtrichtung Pflach, die Pinswanger Straße (L288) ebenfalls Richtung Pflach sowie die Zufahrtsstraße Heiterwang in Fahrtrichtung Norden.

Einsatzfahrzeuge durften die Sperren weiterhin passieren. Auch Anrainer entlang der Hahntennjoch-Straße konnten die Strecke trotz Sperre nutzen. Laut den Behörden blieb zudem der Verkehr innerhalb des Abschnitts Zwischentoren auf der Fernpassstraße möglich. So konnte etwa weiterhin zwischen Heiterwang und Biberwier gefahren werden. Für die An- und Abreise in die Zugspitzregion wurden die Ehrwalder Straße (B187) Richtung Garmisch-Partenkirchen sowie die Berwang-Namloser Straße (L21) Richtung Lechtal als Ausweichrouten genannt.

Vorläufig keine größeren Staus

Wie bereits bei den Demonstrationen Ende Juni blieb ein größeres Verkehrschaos zunächst aus. Die Landesverkehrsabteilung der Tiroler Polizei meldete gegenüber der APA „keine besonderen Auffälligkeiten“. Auch beim ÖAMTC wurde die Verkehrslage vorerst als ruhig beschrieben.

Laut ÖAMTC gab es weder auf der Fernpassroute noch auf anderen Straßen in Tirol ein außergewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen. Lediglich auf der Brennerautobahn (A13) habe sich etwas Stau gebildet. Eine solche Verkehrslage komme dort allerdings auch häufig unter der Woche vor.