Obwohl die Umfragewerte der Liste Fritz mit neun Prozent einer vom ORF Tirol in Auftrag gegebenen Befragung zufolge niedriger als erhofft sind, bleibt das Ziel der Beteiligung an der Regierung bestehen, sagt Andrea Haselwanter-Schneider. „Wir biedern uns niemandem an und wir regieren nur dann, wenn es passt“, so die Parteiobfrau.
Auf die Frage, wie sie die erhofften fünf bis sechs Prozentpunkte mehr erreichen will, verweist Haselwanter-Schneider auf den Ruf als Protestpartei. Präferierte Koalitionspartner habe sie nicht: „Ja, wir reden mit allen“, so Haselwanter-Schneider.
Leistbares Wohnen als Priorität
Inhaltlich sieht Haselwanter-Schneider das Thema leistbares Wohnen als drängendstes. Hier würde sie bereits bestehende Maßnahmen, wie Bedarfserhebungen und -planungen, sicheres Vermieten und Leerstandsbekämpfung ausbauen.
Im Bereich Energie setzt die Liste Fritz auf die Ertüchtigung bestehender Wasserkraftwerke und den Ausbau von Photovoltaik. „Und auch da und dort wird möglicherweise Windenergie eine Rolle spielen“, so die Parteichefin. Bei der Bekämpfung von Transit-Verkehr durch Tirol würde Haselwanter-Schneider auf mehr Lkw-Kontrollen setzen.
Langfassung: „Tirol heute“-Sommergespräch mit Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz)
Andrea Haselwanter-Schneider erörterte im ORF-Tirol-Sommergespräch die politischen Ziele der Liste Fritz für die kommende Landtagswahl in Tirol. Trotz der aktuellen Umfragewerte, die hinter den Erwartungen zurückbleiben, sieht die Partei Chancen, in eine Regierungskoalition einzutreten.
In der Pflege setzt sich die Liste Fritz für eine gerechtere Bezahlung und bessere Unterstützung der pflegenden Angehörigen ein. Die Parteivorsitzende betont die Bedeutung von Primärversorgungseinheiten und fordert, dass bestehende niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in neue Strukturen integriert werden.
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Kritik an Innsbrucks politischem Klima
Haselwanter-Schneider ist nicht nur Landtagsabgeordnete, sondern auch Gemeinderätin in Innsbruck. Es gebe durchaus inhaltliche Überschneidungen, die ihr zugutekommen würden. In Innsbruck kritisiert Haselwanter-Schneider die mangelnde Transparenz politischer Entscheidungsprozesse. „In Innsbruck mauschelt man vieles im Hinterzimmer aus“, sagte sie.