Schon vor dem Bundesligaauftakt am vergangenen Wochenende gab es Kritik am Tivoli Rasen von WSG-Coach Philipp Semlic – mehr dazu in Semlic kritisiert Tivoli-Doppelbelastung. Nach dem Auftakt-Unentschieden gegen Sturm Graz erneuerte Semlic seine Kritik. „Man kann sich nur entschuldigen, dass Graz heute auf diesem Rasen spielen musste. Der ist nicht bundesliga-würdig“, so Semlic. Auch Spieler und Schiedsrichter sahen Handlungsbedarf.
Bundesliga: „Doppelbelegungen unvermeidbar“
Semlic übte vor allem Kritik am Umstand, dass das Bundesligaspiel gegen Graz direkt einen Tag nach dem Auftaktmatch des FC Wacker Innsbruck in der 2. Liga am Tivoli stattfand. Laut ihm sei schon davor klar gewesen, dass der Rasen für das Bundesligaspiel nicht mehr ideal sein werde. „In diesem Zusammenhang ist aber auch festzuhalten, dass Doppelbelegungen zwar kein Idealszenario darstellen, bei entsprechender Rasenqualität inklusive Vor- und Nachbereitung in Einzelfällen aber durchaus gut abzuwickeln wären“, hieß es dazu von Seiten der Österreichischen Bundesliga gegenüber dem ORF Tirol.
Laut dem Betreiber des Tivoli Stadions – der Olympiaworld Innsbruck – sei die hohe Auslastung zumindest zum Teil Schuld an der schlechten Rasenqualität. Mit dem FC Wacker Innsbruck, der WSG Tirol und den Raiders Tirol bestreiten derzeit drei Mannschaften ihre Heimspiele am Tivoli. „Das ist natürlich jetzt aus Betreibersicht eine sehr angenehme Situation, wenn man eine hohe Auslastung hat. Den Rasen nimmt es natürlich ohne Zweifel schon mehr her“, so Matthias Schipflinger, Geschäftsführer der Olympiaworld Innsbruck.
Laut Bundesliga hätte sich die Doppelbelegung mit Wacker und WSG nicht vermeiden lassen, weil von Seiten des Stadionbetreibers gleich drei Stadionsperren für die ersten sieben Runden gemeldet worden waren. Erneut zu einer Doppelbelegung wird es im September kommen. Dann empfängt Wacker am 11. den ASK Voitsberg. Hartberg spielt einen Tag später am Tivoli gegen die WSG Tirol.
Spezialdünger und Rasentausch als Lösung
Ab dem 13. September soll der gesamte Rasen im Tivoli getauscht werden. „Samt Erdballen“, so Schipflinger. Der Rasen müsse danach 14 Tage lang anwachsen und sei ab 2. Oktober wieder bespielbar. Kurzfristig wird ab Donnerstag ein Spezialdünger in den Spieluntergrund eingearbeitet. „Wir haben ja auch einen Pilz im Rasen derzeit. Das heißt, es ist so eine Art Breitbandantibiotikum, wenn man das so nennen will, um also hier jetzt die Qualität für die restlichen vier Spiele noch zu verbessern“, so Schipflinger.
Ab dem Rasentausch rechne man auch von Seiten der Bundesliga mit einer deutlich besseren Rasenqualität. Klar sei jedenfalls: „Die Rasenbewertungen von Spielern und Schiedsrichtern zeigen nach den Spielen am Wochenende, dass Handlungsbedarf besteht.“