Der Fall um 34 ungesicherte und zugriffsbereite Tiroler Schützengewehre, die von der deutschen Polizei am Deutschen Eck beschlagnahmt wurden, liegt nach wie vor bei der Staatsanwaltschaft Traunstein. Es besteht der Anfangsverdacht wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Weil auf einigen Gewehren kleine Hakenkreuze eingestempelt sind, wird geprüft, ob das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, erfüllt ist. In Tirol wurden die Ermittlungen dazu eingestellt – mehr dazu in Hakenkreuze bei Schützengewehren entdeckt.

Saurer: Gewehre als Zeichen des Friedens

„Ja, wir haben im Moment schon sehr viele Herausforderungen, die wir als Bund der Tiroler Schützenkompanien stemmen müssen. Wir wollen das aber ordentlich machen, nachhaltig und eben entsprechend konsequent“, sagte Saurer dazu im Interview im Tirol heute-Studio.

Auf die Frage, ob das Gewehr in Zeiten von Kriegen noch zeitgemäß sei, sagte Saurer: „Das Gewehr an sich ist ein Zeichen für die erlangte Freiheit. Und natürlich verwenden wir das für die Ehrensalven.“ Ehrensalven seien ein Friedenszeichen. „Der Gewehrlauf wird entleert, es ist keine Kugel mehr im Lauf, ich komme zu dir und will dir als Freund begegnen“, argumentiert Saurer.

Gewehre mit Hakenkreuzen könnten ausgetauscht werden

Bezüglich der Vorfälle der vergangenen Monate räumte der Landeskommandant ein: „Das hat uns wehgetan. Und natürlich wollten wir uns diesen Ärger ersparen. Aber gerade jetzt, was die Causa Bayern betrifft, sind wir dabei, das mit den deutschen Behörden, aber auch mit den österreichischen Behörden aufzuarbeiten und das Ganze auch für die Zukunft zu lösen“, so Saurer.

Man suche nun nach einer Antwort auf die Frage, wie Kompanien mit Gewehren, die mit Hakenkreuzen versehen sind, umgehen sollen. „In weiterer Folge prüfen wir die Unkenntlichmachung dieses Hakenkreuzes, auch möglicherweise den Austausch von Waffen“, so Saurer. Aktuell wisse man noch nicht, wie viele solcher Waffen bei den Schützen im Umlauf sind.

„Ich will das Ganze ja nicht relativieren. Das Hakenkreuz an sich hat ja nur eine Größe von 1,2 Millimetern. Aber der Bund der Tiroler Schützenkompanien distanziert sich selbstverständlich ganz klar vom NS-Gedankengut.“ Man verurteile die Verbrechen des NS-Regimes und wolle das aufarbeiten, so Saurer abschließend.