Von einem gelungenen Almsommer kann heuer keine Rede sein. Aufgrund der Trockenheit finden Tiere weniger zu fressen. Auch auf Ackerflächen, wie jenen für Silomais, könne nicht bewässert werden, sagt der Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer, Josef Hechenberger.

„Wir hören jetzt von den Betrieben, dass zum Teil das fehlende Wasser dazu führt, dass der Almabtrieb verfrüht ist. Ich schätze drei, vier, fünf Wochen früher als geplant in gewissen Regionen. Und die Futtererträge machen nur die Hälfte aus von einem normalen Jahr“, so Hechenberger.

Vieh verkaufen oder schlachten

Manche Bäuerinnen und Bauern müssten bereits überlegen, ob sie sich von Tieren trennen. „Wenn das Futter fehlt und die Tiere nicht mehr über den Winter gebracht werden können, weil sie früher nach Hause kommen und weil die Erträge zu gering sind, dann heißt das Viehabstockung.“ Tiere würden dann entweder vermarktet oder geschlachtet.

Besonders betroffen von der Trockenheit ist laut Hechenberger Osttirol. Er ergänzt: „Ich denke, das ist ein Querschnitt über Tirol. Wir hören gerade aus dem Karwendelbereich, dass die Almen nur durch Wassertransporte Trinkwasser für die Tiere haben.“ Auch aus dem Kitzbühler Raum und dem Tiroler Oberland gebe es vereinzelt Meldungen.

Im Oberland sei die Situation aber eine andere: „Da gibt es zum Teil schon Beregnungsanlagen für Grünland. Die haben da schon vorgesorgt, weil sie einfach in trockenen Regionen wirtschaften müssen und da eine ähnliche Situation vorherrscht wie in Südtirol“, erklärt Hechenberger.

Obst- und Gemüseanbau weniger betroffen

Im Anbau von Obst und Gemüse sei die Situation etwas besser. Landwirtinnen und Landwirte hätten in diesem Bereich vielerorts bereits in Bewässerungsanlagen investiert. „Da ist die Trockenheit in dieser Ausprägung nicht spürbar“, so Hechenberger. Regen wird aber dennoch dringend gebraucht. Für einige Tiroler Gebiete kommt er auf jeden Fall zu spät.