Zu der jetzigen Trockenheit kommt auch, dass der vergangene Winter schneearm war. Besonders auf hochgelegenen Hütten und in Karstgebieten sei die Situation angespannt. Davon betroffen seien aktuell unter anderem die Voisthaler-Hütte am Hochschwab, die Pühringer-Hütte und das Priel-Schutzhaus im Toten Gebirge, die Porze-Hütte am Karnischen Hauptkamm und das Freschen-Haus im Bregenzerwaldgebirge. Auch kurzzeitiger Starkregen bringe oft nicht die gewünschte Entlastung, heißt es vom Alpenverein.

Georg Unterberger, Leiter der Abteilung Hütten und Wege im Österreichischen Alpenverein, sieht darin Auswirkungen des Klimawandels: „Seit weit über zehn Jahren zeigt sich immer deutlicher, dass viele Hütten, die früher ausreichend Wasser zur Verfügung hatten, heute mit sinkenden Wassermengen konfrontiert sind.“

Trockentoiletten und Sperre von Waschräumen

Um die Wasserversorgung sicherzustellen, würden betroffene Alpenvereinshütten auf verschiedene Einsparungsmaßnahmen setzen. Dazu zählten etwa die zeitweise oder vollständige Sperre von Duschen, die Ausgabe kostenpflichtiger Duschmarken und begrenzte Nutzungszeiten oder notfalls die Sperre von Waschräumen. Darüber hinaus kommen vermehrt Trockentoiletten und wassersparende Armaturen zum Einsatz. Zusätzlich werde die Nutzung vorhandener Quellen optimiert, Wasserspeicher werden ausgebaut und weitere Möglichkeiten zur Nutzung von Regenwasser geprüft.

Waschlappen statt Dusche

Der Österreichische Alpenverein appelliert an alle Hüttengäste, bewusst und sparsam mit Wasser umzugehen. Bereits mit kleinen Maßnahmen können Hüttengäste dazu beitragen, Wasser zu sparen. Wer sich etwa für eine kurze „Katzenwäsche“ mit einem Waschlappen statt einer Dusche entscheide, leiste einen wichtigen Beitrag. Zusätzlich solle Wasser beispielsweise beim Zähneputzen oder Einseifen der Hände nicht unnötig laufen gelassen werden.

Trotz der Herausforderungen habe in dieser Saison noch keine Alpenvereinshütte aufgrund von Wassermangel frühzeitig die Saison beenden müssen. „Sollte die Trockenheit auch im August andauern, kann derzeit jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Hütten ihren Betrieb vorzeitig einstellen müssen“, heißt es vom Alpenverein.

Umstellung auf einfacheren Betrieb

Die aktuelle Situation sei keine Überraschung, sagt Unterberger. Man weise seit Jahrzehnten darauf hin, dass die Klimakrise den alpinen Raum überproportional betreffe. „Die technischen und finanziellen Möglichkeiten zur weiteren Erschließung von Wasserressourcen auf vielen Hütten sind weitgehend ausgeschöpft. Künftig wird das bedeuten, dass wir manche Hütten noch einfacher betreiben müssen.“