Auch kleinere Kraftwerke wie jenes in Imst spüren diesen Sommer die Trockenheit. Beim Gemeindekraftwerk Obermarkt käme man aktuell nur auf 42 Prozent der durchschnittlichen Stromerzeugung, erklärte Thomas Huber, der Direktor der Stadtwerke Imst gegenüber ORF Tirol.

Im Malchbach in Imst floss teilweise so wenig Wasser, dass die Stromerzeugung schwierig beziehungsweise zeitweise gar nicht mehr möglich ist. Immer wieder schalte sich ein Kraftwerk ab, weil zu wenig Wasser fließe: „Heuer im Juli konnte das Kraftwerk Stapf zehn Tage lang gar nicht betrieben werden, an vielen Tagen nur am unteren Niveau. Beim Oberlieger-Kraftwerk Obermarkt haben wir teilweise nur zehn Prozent der Leistung“, so Huber.

Starkregen ersetzt Schneeschmelze nicht

Wenig Wasser bedeutet wenig Strom. Durchschnittlich liefert das Kraftwerk Strom für etwa 500 Haushalte, was sich heuer allerdings nicht ausgeht. Bereits vergangenes Jahr hatte das gemeindeeigene Kraftwerk Obermarkt mit wenig Niederschlag zu kämpfen. Dann folgte ein schneearmer Winter. All das blieb nicht ohne Folgen:

„In manchen Jahren dauerte die Schneeschmelze bis in den August. Heuer war sie im Juni bereits abgeschlossen, was sehr schlecht ist“, schilderte der Direktor der Stadtwerke Imst. „Jetzt leben wir von den herkömmlichen Quellschüttungen und manchen Starkniederschlägen, die aber natürlich auch Muren erzeugen. Dann schalten die Kraftwerke wieder ab.“

Strom muss teuer zugekauft werden

Heuer könne man über 30 Prozent weniger Strom erzeugen, bestätigte der Bürgermeister von Imst, Stefan Weirather. Das schlage sich in der Kasse nieder: „Weniger erzeugter Strom bedeutet weniger Einnahmen. Wir müssen einiges an Strom von der TIWAG zukaufen um die Versorgung aller Gebäude und Betriebe zu gewährleisten.“

Sehr trockene Sommer habe es immer wieder gegeben, erklärten Stefan Weirather und Thomas Huber. Sie hoffen, wie viele andere auch, auf Regen.