Von Tag zu Tag wird die Situation in der Fischerhütte Tannheim am Greither Weiher dank der heißen Temperaturen dramatischer. Darauf machte der Wirt Tom Waibel zuletzt auf Social Media aufmerksam. Seit der zweiten Juliwoche habe man massiv mit der Hitzewelle zu kämpfen, sagt Waibel.

Der Wasserstand im Fischteich und im umliegenden Moor verschlimmere sich von Woche zu Woche. Der Grundwasserspiegel sacke immer weiter ab und die Gewitter hätten nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht. „Jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, wo es für alle Beteiligten drastisch wird“, so Waibel. Daher rief der Wirt nun ein „Notfallfischen“ aus. Im Laufe dieser Woche soll der Teich leer gefischt werden.

Weniger Fische im Teich erhöht Überlebenschance

Die Fischmenge aus dem Teich herauszunehmen sei derzeit das einzige, das Waibel machen kann. Jeder einzelne Fisch verbrauche Sauerstoff und brauche seinen Lebensraum. Nach dem Abfischen wird der Wirt die Fischzucht in dem Teich einstellen, bis Wasserstand und Wasserfüllmenge wieder nachhaltig sind. Ob das diese Saison noch passieren wird, ist unklar. Diese Situation habe es seit Bestehen des Teiches noch nie gegeben, sagt er.

Warme Nächte lassen Teiche nicht auskühlen

Ewald Offner, Betreiber der Bichlacher Angelteiche in Kössen sagt, es gebe genug Wasser, das Problem seien aber die warmen Nächte. Dadurch würden die Teiche nicht mehr auskühlen, für die Fischzucht sei das eine Extremsituation, so Offner. Man sei in der glücklichen Lage, noch genug kaltes Wasser zu haben, „aber so extrem wie heuer war es noch nie“.

Anders schaut das beim Forellenteich Ahoj in Längenfeld aus. Hier sei der Wasserbestand gleich gut wie die Jahre zuvor. Durch den Murenabgang sei das Wasser zwar etwas trüb, es könne jedoch vom Fluss nebenbei Wasser hergepumpt werden.