Bei einer Talk-Runde in Hippach (Bezirk Schwaz) meinten am Mittwochabend die Ski-Asse Raphael und Ricarda Haaser, Dominik Raschner sowie die Biathletinnen Anna Gandler und Anna Andexer unisono: „Beim Radfahren in der Vorbereitung geht es vor allem um den Ausgleich und den Spaß.“ Daneben sei das Zweirad, egal ob Rennrad oder Mountainbike, vor allem im Ausdauer-Aufbau ein ideales Trainingsgerät. „Es spielt in meinem Training eine große Rolle“, meinte etwas Riesentorlaufweltmeister Raphael Haaser.

Niedriger Puls und hohe Wirkung

Vor allem die Biathletinnen Anna Gandler und Anna Andexer hatten in ihrer Saisonvorbereitung den Puls während ihrer Trainingseinheiten genau im Blick. „Es hat von der Muskulatur her mit dem Langlaufsport zwar nicht viel zu tun. Für mich ist das Rad aber ein Ausdauermittel, mit dem ich lange Ausdauereinheiten trainieren kann“, so die Innsbruckerin Gandler.

Slalom-Ass Dominik Raschner aus Mils bei Imst verbringt im Sommer viele Stunden am Mountainbike. „Das ist dann absolut als Trainingseinheit zu sehen. Ich bin vor allem gerne im Wald unterwegs, wo es etwas kühler ist“, so Raschner. Trainiert würden aber auch intensive Intervalle. „Ich kann dabei vor allem ausschalten und den Kopf frei bekommen“, meinte wiederum Raphael Haaser. Nach den Sommereinheiten starten die Alpin-Sportler in den kommenden Tagen bereits ins Schneetraining.

Ricarda Haaser nimmt erneut Anlauf

Am Weg zurück – auch per Rad – ist die Mauracherin Ricarda Haaser. Mit ihrem Kreuzbandriss bei der WM 2025 in Saalbach und dem Schienbeinkopfbruch heuer Ende Februar in Andorra musste sie zuletzt zwei schwere Verletzungen hinnehmen. „Gesundheitlich geht es mir wieder sehr gut. Die Verletzung ist so gut wie ausgeheilt, also voll belastbar“, so Haaser. Die letzten Monate seien aber auch mental oft fordernd gewesen: „Es war schon zach!“

Nach ihrem Kreuzbandriss bei der WM beendete ihr ehemaliger Skiausrüster aus wirtschaftlichen Gründen die Zusammenarbeit mit sämtlichen ÖSV-Damen. Ricarda Haaser musste sich dann während ihrer Verletzungspause einen neuen Partner fürs Material suchen. Eine Feinabstimmung des neuen Materials war somit vor ihrem Comeback letztes Jahr nicht möglich. „Das ist mir dann auch zum Verhängnis geworden, weil ich einfach nicht konkurrenzfähig war.“ Ende Februar folgte dann die neuerliche Verletzung. Heuer soll mit genügend Vorlaufzeit bis zum Saisonstart die Vorbereitung auf das neuerliche Comeback besser gelingen.

Raschner lässt Riesentorlauf bleiben

Wenn es für die ÖSV-Asse in den nächsten Wochen wieder ins Schneetraining geht, wird der Milser Dominik Raschner den Fokus nur noch auf den Slalom legen. Im Riesentorlauf wird er kommenden Saison nicht mehr starten. „Meine Startnummer im Riesentorlauf ist wirklich schlecht mittlerweile. Und ich möchten den Fokus auf den Slalom richten, mich auf diese Rennen optimal vorbereiten. Das ist für mich der richtige Weg“, so Raschner.

Er will im kommenden Winter vor allem kontinuierlicher im Slalom um Topplatzierungen mitfahren. „Wir haben an einigen Schrauben gedreht. Das Kondi-Training etwas angepasst und auch mental habe ich einen neuen Weg eingeschlagen“, so der Milser.

Raphael Haaser: „Keine Ziele für neue Saison“

Raphael Haaser startet bereits kommenden Montag in die Vorbereitung auf Schnee. „Es geht wie die letzten Jahre nach Chile. Wir werden einen guten Skitechnikaufbau machen“, so Haaser. Es gehe in erster Linie darum, Pistenkilometer zu sammeln.

Für die anstehende Saison ohne Großevents nimmt sich Haaser keine speziellen Ziele vor. „Das ist ja schwierig zu planen. Es kommt eh immer anders, als man sich das vorstellt“, so Haaser, der für seine ruhige, abgebrühte Art bekannt ist. Bis zum Saisonauftakt am 25. Oktober in Sölden will er „schauen, dass ich meine sieben Zwetschgen beisammen habe. Dann schauen wir, was der Winter bringt.“