Schon Anfang der 2000er Jahre war beim Bau vorgesehen, im Terfener Bahntunnel der neuen Unterinntaltrasse einen sogenannten Überholbahnhof einzurichten. Jetzt werden dafür die Weichen und Gleise installiert sowie weitere technische Anlagen. Langsamere Güterzüge, die mit maximal 100 km/h fahren, können so künftig ausweichen, schnellere Personenzüge mit bis zu 220 km/h haben die Möglichkeit zu überholen. Fahrgäste würden laut ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair während der Fahrt nicht viel merken, außer dass sie pünktlicher ans Ziel kommen.
Beim Bau des 15,8 Kilometer langen Terfener Tunnels wurde der Abschnitt für den Überholbahnhof breiter angelegt und mit zwei zusätzlichen Gleisen ausgestattet. Damals war das Zugaufkommen noch vergleichsweise gering. Mit der künftigen Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels werde die Strecke jedoch deutlich stärker belastet, erklärt ÖBB-Projektleiter Norman Schubert. Darauf bereite man sich schon jetzt mit dem Ausbau im heurigen Sommer vor.
Hochmoderne Technik erhöht Kapazität
Neben dem Überholbahnhof sorgt auf der neuen Unterinntalbahn auch das ETCS-System, ein europaweit einheitliches digitales Zugsicherungssystem, für zusätzliche Kapazität. Klassische Signale am Streckenrand gibt es hier nicht mehr. ECTS erleichtert auch Zugfahrten über Ländergrenzen hinweg, weil überall dieselben technischen Standards gelten. So soll der Bahnverkehr auf wichtigen Korridorstrecken und damit auch auf der Brennerroute flüssiger, sicherer und besser abgestimmt werden.
Bis zum Schulbeginn am 14. September sollen die Ausbauarbeiten auf der neuen Unterinntaltrasse abgeschlossen sein und die gesamte Strecke wieder freigegeben werden, sagt Gasser-Mair. In der Zwischenzeit wird der Bahnverkehr oberirdisch auf der alten Trasse abgewickelt. Insgesamt investieren ÖBB und Brennerbasistunnel-Gesellschaft 25 Millionen Euro in den Überholbahnhof und die technische Aufrüstung der Tunnelstrecke, die als Nordzulauf zum Brennerbasistunnel dienen wird.