Die Messungen zur Wasserqualität der Tiroler Seen werden mehrmals im Sommer durchgeführt, zuletzt zwischen 3. und 8. August, . Bei den Untersuchungen werden neben den mikrobiologisch-hygienischen Parametern auch weitere Messgrößen wie pH-Wert, Sauerstoffsättigung und Sichttiefe erhoben. Dadurch kann die Entwicklung der Wasserqualität über die gesamte Badesaison hinweg beobachtet und beurteilt werden.

Vier Badestellen im Unterland

Von den 35 Badegewässern in Tirol bekamen in der vierten Messung nur 30 Gewässer einen Einser im Zeugnis. Der Stimmer See in Langkampfen, der Natterer See in Natters, der Reither See in Reith im Alpbachtal, und der Walchsee an zwei Badestellen, nämlich im Campingbereich und an der Uferpromenade, erhielten nur ein Gut. Beurteilt wurden bestimmte Indikatorkeime, die auf eine mögliche Verschmutzung mit Fäkalien hinweisen, aber auch Sichttiefe und Temperatur.

Hitzesommer setzt Gewässern zu

Fachleute verweisen auf die besonderen Bedingungen in diesem Sommer. Anhaltend hohe Temperaturen und niedrigere Wasserstände würde zu höheren Wassertemperaturen führen. „Kleinere, flachere und stärker erwärmte Gewässer reagieren schneller auf längere Hitzeperioden als große, tiefe Seen. Aufgrund des geringeren Wasservolumens kann sich das Wasser rascher erwärmen. Wie empfindlich ein einzelner See tatsächlich reagiert, hängt aber von mehreren Faktoren ab – etwa Tiefe, Wasseraustausch, Zuflüssen, Beschattung, Nährstoffsituation und Nutzung“, so Andreas Murrer, Fachbereichsleiter der Gewässerökologie des Landes Tirol.

Die Beschaffenheit der Gewässer verändern sich im Verlauf der Badesaison. Einzelne Werte können sich auch wieder verbessern. Beim Natterer See wurde etwa bei der aktuellen Untersuchung mit der Secchi-Scheibe eine Sichttiefe von mehr als zwei Metern gemessen. Beim dritten Untersuchungsdurchgang lag diese noch bei einem Meter. Die konkreten Veränderungen sind von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich und lassen sich unter anderem auf die anhaltende Hitze und die Trockenperiode zurückführen, so Murrer.