Es ist eine Sisyphosarbeit für die Wildbach-und Lawinenverbauung im diesjährigen Sommer. Immer wieder müssen zahlreiche Geschiebebecken nach Murenabgängen ausgebaggert werden. Tirolweit waren es bislang mehr als 250.000 Kubikmeter Geröll, das entspricht rund 30.000 LKW-Ladungen, erklärt Daniel Kurz von der Wildbach- und Lawinenverbauung.
130 Becken in den Bezirken Imst und Landeck
Die größte Dichte an Geschiebebecken gibt es laut Kurz in diesen Bezirken im Pitztal. In St. Leonhard haben die Unwetter der letzten Wochen erhebliche Schäden hinterlassen. Insgesamt 14 Becken sind betroffen, die für den Schutz vor weiteren Unwettern dringend geräumt werden müssen. Der Wassertalbach stelle dabei eine besondere Herausforderung dar, „da ein Becken ein Volumen von 60.000 bis 80.000 Kubikmetern fasst und komplett gefüllt ist“, so der Gebietsbauleiter Oberes Inntal.
Herausforderung Materialentsorgung
Zusätzlich sei die Entsorgung des Materials aus den engen Tälern problematisch. Man sucht nach Lösungen in der unmittelbaren Umgebung, da längere Transporte auch aufgrund der hohen Kosten nicht durchführbar seien. „Da haben wir einerseits Projekte, wo mit dem Material andere Schutzmaßnahmen errichtet werden, zum Beispiel ein großer Steinschlagschutzdamm im Weiler Weißwald in St. Leonhard“, erklärt Daniel Kurz. Zusätzlich werde das Material auch für die landwirtschaftliche Kultivierung genutzt. Ein nicht unerheblicher Teil müsse aber deponiert werden, was erhebliche Kosten verursache.
Frequenz von Unwettern steigt
Die Unwetterhäufigkeit hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Während solche Becken früher nur „alle 20 bis 30 Jahre geräumt werden mussten“, sei dies etwa beim Wassertalbach in den letzten zehn Jahren bereits fünfmal notwendig gewesen, erklärt der Experte von der Wildbach-und Lawinenverbauung Tirol. Die steigende Frequenz stelle nicht nur die Gemeinde vor große Herausforderungen und führe dazu, dass die Aufräumarbeiten eine Sisyphos-Aufgabe darstellten – nach jedem Unwetter müssen die Becken erneut geräumt werden.