Die rund 10.300 Kassenstellen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in ganz Österreich sind zu 97 Prozent besetzt. Wie das ÖGK-Stellenplanmonitoring zeigt, fehlen regional betrachtet die meisten Fachärztinnen und -ärzte in Tirol, bei den Zahnarztstellen sieht es noch schlechter aus – auch hier ist Tirol mit Abstand Schlusslicht. Hierzulande gibt es insgesamt 847,50 ÖGK-Planstellen.

Allgemeinmedizin noch am besten besetzt

Am besten sieht die Situation laut aktuellem ÖGK-Monitoring noch bei den Hausärztinnen und Hausärzten aus. Hier sind von 324,50 Planstellen 312,50 besetzt, das entspricht einer Quote von 96,30 Prozent.

Bei den Fachärzten und Fachärztinnen sieht die Sache anders aus: hier sind von 277 nur 254 Planstellen vergeben, was einem Besetzungsstand von 93,50 Prozent entspricht. Bei den Zahnmedizinern und – medizinerinnen ist Tirol österreichweit gesehen Schlusslicht. So fehlen hier aktuell 58 Zahnärztinnen und Zahnärzte mit einem Kassenvertrag, von 246 Planstellen sind nur 188 Stellen besetzt, also nur 78,86 Prozent.

In manchen Bezirken gebe es überhaupt keinen Kassenarzt für bestimmte Fachrichtungen, kritisieren die Tiroler Grünen. So fehle ein Kassen-Augenarzt im Bezirk Landeck, im Bezirk Kitzbühel gebe es keinen einzigen Kinderarzt mit Vertrag. Bei Gynäkologie seien gleich mehrere Bezirke betroffen und in drei Bezirken fehlten Ärzte und Ärztinnen für das Fachgebiet Innere Medizin.

Mehr Primärversorgungseinheiten gefordert

Sinnbildlich für den Rückstand Tirols stünden auch die Primärversorgungseinheiten (PVE), kritisiert die grüne Gesundheitssprechrein Petra Wohlfahrtstätter. Auch hier sei Tirol Schlusslicht, die ÖVP habe die Entwicklung verschlafen, während andere Bundesländer schon vor Jahren beim Ausbau dieser Ärztehäuser „den Turbo gezündet hatten“. Gesellschaftlich sei die zunehmende Zweiklassenmedizin auch eine Frage der Gerechtigkeit, sehen die Grünen massiven Handlungsbedarf der Politik.