Erfasst werden im Verkehrsbericht sowohl Messstellen auf den Landesstraßen als auch auf Inntal- und Brennerautobahn. Dabei sieht die Auswertung des Landes für ganz Tirol eine Verkehrszunahme von 1,5 Prozent. Für die Landesstraßen liegt das Plus demnach bei 1,6 Prozent, auf den Autobahnen bei 1,3 Prozent.
Deutlich mehr Schwerverkehr am Brenner
Was den Schwerverkehr auf der Brennerstrecke anbelangt, fiel die Zunahme im Vorjahr aber weithaus deutlicher aus. So legte der Lkw-Transit auf der Brennerautobahn im Vorjahr um 2,4 Prozent zu. In Summe passierten knapp 2,43 Millionen Sattelschlepper und Lkws mit Anhänger die Mautstelle Schönberg – mehr dazu in Weniger Pkws, aber mehr Lkws am Brenner. Die Entwicklung hat sich heuer in den ersten sieben Monaten sogar noch beschleunigt. Bis Ende Juli waren auf der Brennerautobahn knapp 1,5 Millionen Transit-Lkws zu verzeichnen (plus 3,6 Prozent).
Güterverkehr auf der Schiene etwas im Aufwind
Zulegen konnte aber nicht nur der Güterverkehr auf der Straße, auch auf der Schiene konnte 2025 der Abwärtstrend der vorhergehenden Jahre gestoppt werden. Knapp 13,7 Millionen Tonnen wurden im Gütertransport mit Zügen über den Brenner gebracht, eine Steigerung von 6,9 Prozent.
Bereits im Jahr davor hatte sich das Verhältnis von Schiene zu Straße beim grenzüberschreitenden Warenverkehr ganz leicht zu Gunsten der Bahn verschoben. Wurden 2023 noch 75 Prozent des Gütervolumens mit Lkws transportiert und nur 25 Prozent mit Zügen, so verbesserte sich der Anteil der Bahn im Jahr 2024 auf 27 Prozent, zeigt die aktuellste Auswertung des sogenannten Modal-Splits.
Verkehrslandesrat sieht nach wie vor zu hohe Belastung
Der Verkehr in und durch Tirol bleibe eine Herausforderung, kommentiert Verkehrslandesrat Renè Zumtobel (SPÖ) die Daten: „Tirol war und ist für den europäischen Verkehr ein Nadelöhr, weshalb wir den Transitverkehr insgesamt eindämmen, verlagern sowie möglichst fair auf die Alpenübergänge verteilen müssen.“ Im eigenen Verantwortungsbereich werde man dafür alles „fachlich und rechlich Mögliche umsetzen“.
Zumtobel sieht allerdings auch die Nachbarländer und die Europäische Union (EU) in der Pflicht. Tirol werde dort weiterhin die Güterverlagerung auf die Schiene einfordern. In Tirol selbst kündigt der Verkehrslandesrat an, dass die Kontrollen im Straßennetz verdichtet werden.
Wieder deutlich mehr Verkehr auf der Arlbergschnellstraße
Nach den monatelangen Sperren des Arlbergtunnels in den Jahren 2023 und 2024, die mit einem deutlichen Frequenzrückgang einhergingen, hat der Verkehr auf der Arlbergschnellstraße im Vorjahr wieder massiv zugenommen. Bei der Tunnelmautstelle wurden im Vorjahr 8.720 Fahrzeuge pro Tag gezählt (plus 132 Prozent). Auf der Parallelstrecke über den Arlbergpass ging der Verkehr dafür naturgemäß zurück. Dort waren im Vorjahr 2,530 Fahrzeuge im Tagesschnitt zu verzeichnen, ein Rückgang von gut 62 Prozent.
Auf den meisten Straßen mehr Verkehr
Auf der Fernpassstrecke war 2025 im Gegenzug minimal weniger Verkehr zu verzeichnen, was auf wegfallenden Umwegverkehr nach dem Ende der Tunnelsperren am Arlberg zurückzuführen sein könnte. Auf allen anderen größeren Straßen ging der Verkehr dagegen etwas nach oben. Im Zillertal genauso wie am Reschenpass oder auf der Achenseestraße.
Am Brenner kam lag der Fahrzeugzuwachs auf der B182 im Schnitt bei gut fünf Prozent. "Das von vielen heraufbeschworene Verkehrschaos rund um den Neubau der Luegbrücke sei ausgeblieben, so Zumtobel. Das sei auf Dosiermaßnahmen einerseits, aber auch auf das frühzeitige Verkehrs- und Baustellenmanagement zurückzuführen inklusive Fahrverbotskalender.