Dadurch könnten bauliche Maßnahmen gegen sommerliche Überwärmung einfacher umgesetzt werden, hieß es am Samstag in einer Aussendung des Landes. Auch die thermische Sanierung von Gebäuden, die ab 1998 gebaut wurden, werde erleichtert: Werde nachträglich ein Vollwärmeschutz angebracht, könne dieser um zehn Zentimeter mehr als bisher betragen. Änderungen soll es auch im Bereich der Barrierefreiheit geben.

Bei Aufzugs- und Hebeanlagen in Wohnhäusern mit bis zu drei Wohnungen sollen die Prüfintervalle von derzeit einem auf zwei Jahre verlängert werden. Weitere Vorhaben sind etwa die Verlängerung von Prüffristen bei Heizungs- und Klimaanlagen über die Reduktion der Stellplatzverpflichtung bei Mitarbeiterwohnhäusern bis hin zur Erweiterung der Ausnahmen bei der Bewilligungspflicht bei Grundstücksänderungen.

Mattle: Tirol geht voran

Von Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) hieß es, man gehe in Tirol mit gutem Beispiel voran. „Es geht darum, Verfahren einfacher und schneller zu machen und unnötige bürokratische Hürden abzubauen – und das ohne Abstriche bei Sicherheit und Qualität."

Mattles Stellvertreter Josef Geisler (ÖVP) sagt, es sei wichtig, dass diese Rahmenbedingungen klar, nachvollziehbar und praxistauglich seien und laufend angepasst würden. „Wir wollen deshalb genau hinschauen, wo Verfahren vereinfacht, bürokratische Hürden beseitigt werden und Kosten gesenkt werden können“, so Geisler.

Blanik: Regeln gehören auf den Prüfstand

LHStv Philip Wohlgemuth (SPÖ) sagte, Ziel sei es, Wohnbau zusätzlich zu den Maßnahmen der Tiroler Wohnbauförderung zu erleichtern. Von SPÖ-Wohnbausprecherin Elisabeth Blanik hieß es, nicht jede Vorschrift sei automatisch schlecht, viele seien für Sicherheit und Qualität unverzichtbar. „Aber Regeln, die unnötige Kosten verursachen oder Verfahren verzögern, ohne einen echten Mehrwert zu bringen, gehören auf den Prüfstand“, so Blanik. Besonders wichtig sei, dass eine Beschlussfassung im Tiroler Landtag noch in diesem Jahr möglich sei.