Der Schwerverkehr durch Tirol nimmt mit wenigen Ausnahmen Jahr für Jahr zu. An besonders belasteten Tagen wird deshalb der Lkw-Zustrom aus Bayern bei Kufstein-Nord auf der Inntalautobahn (A12) eingebremst. Im Vorjahr war die Blockabfertigung so häufig aktiviert wie noch nie zuvor: An 57 Tagen wurde der Schwerverkehr dosiert, insgesamt 258 Stunden lang.

Regulär wären deutlich weniger Dosiertage vorgesehen gewesen. Doch Baustellen, Unfälle und Wetterkapriolen machten zusätzliche Maßnahmen notwendig. Insgesamt kamen dadurch 21 Tage hinzu. Ein Jahr zuvor war der Schwerverkehr rund 200 Stunden lang dosiert worden.

Maßnahme für verkehrsstarke Tage

Bei aktiver Blockabfertigung dürfen meist nur etwa 250 bis 300 Lkws pro Stunde passieren. Das soll einerseits die Verkehrssicherheit erhöhen und andererseits verhindern, dass der Verkehr auf der ohnehin stark belasteten Inntalautobahn zusammenbricht. Neben den fix geplanten Dosiertagen, etwa rund um Ferien und Feiertage, kann die Maßnahme bei außergewöhnlichen Verkehrslagen kurzfristig ausgeweitet werden.

Elf Dosiertage Anfang 2027

Für das erste Quartal 2027 hat die Tiroler Landesregierung nun elf verkehrskritische Tage festgelegt. Betroffen sind ein Donnerstag und zehn Montage. Die Blockabfertigung soll jeweils in den frühen Morgenstunden bei Kufstein-Nord aktiviert werden.

Ausgewählt wurden die Termine auf Grundlage einer fachlichen Analyse von Verkehrsexpertinnen und -experten, hieß es seitens des Landes. Berücksichtigt wurden unter anderem Verkehrsprognosen, Polizeiberichte, Erfahrungswerte und Verkehrszahlen aus den Vorjahren. An den ausgewählten Tagen wird neben einem hohen Lkw-Aufkommen auf der A12 auch mit erhöhtem Pkw-Verkehr auf der Inntal- und der Brennerautobahn (A13) gerechnet.

Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) verwies auf die Belastung durch den Transitverkehr. Die Belastungsgrenze für Mensch, Natur und Infrastruktur sei längst erreicht. Die Blockabfertigung solle die Verkehrs- und Versorgungssicherheit an besonders starken Verkehrstagen gewährleisten. Ziel sei es, Pkw- und Lkw-Verkehr möglichst zu entflechten.

Im Schnitt viereinhalb Stunden

Die geplanten Dosierungen wurden laut Land bereits an die betroffenen Stellen im In- und Ausland übermittelt. Auch mit dem Baustellenmanagement der Asfinag, insbesondere mit Blick auf die Arbeiten an der Luegbrücke, seien die Maßnahmen abgestimmt, sagte Verkehrslandesrat Rene Zumtobel (SPÖ).

Wie lange tatsächlich dosiert wird, hängt von der Verkehrslage ab. Die Polizei soll die Blockabfertigung nur so lange aufrechterhalten, wie sie erforderlich ist. Im Vorjahr dauerte eine Dosierung im Durchschnitt rund viereinhalb Stunden.