In den vergangenen sechs Jahren wurden jeweils zwischen 19 und 33 Waldbrände das ganze Jahr über verzeichnet. Auch die Zahl der notwendigen Feuerwehreinsätze erreichte in diesem Jahr einen bisherigen Höchststand.
Neuer Löschbehälter und neues Füllbecken
Für den Landesfeuerwehrverband wird ein neues Löschbehältnis angeschafft. Zusätzlich wird ein Füllbecken („Pumpkin Tank“) mit einem Fassungsvolumen von bis zu 54.500 Litern samt Zubehör und Kleinmaterial beschafft. Das Land Tirol übernimmt die Anschaffungskosten von insgesamt bis zu 100.000 Euro – mehr dazu in Stundenlanger Löscheinsatz bei Waldbrand.
Der S-70 „Black Hawk“ der Österreichischen Bundesheeres kann Löschbehältnisse mit einem Fassungsvermögen von bis zu 3.000 Litern transportieren. Bislang verfügt Tirol über kein entsprechendes Löschbehältnis dieser Größenordnung. Bei einem Einsatz des S-70 müssen geeignete Löschbehälter derzeit aus Ober- oder Niederösterreich auf dem Straßenweg nach Tirol gebracht werden.
Waldbrände sind große Herausforderung
Landesfeuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter sagt, hinter jedem einzelnen Einsatz stünden viele Stunden körperlich fordernder Arbeit, oft in steilem Gelände, bei großer Hitze und unter schwierigen Bedingungen. „Unsere Feuerwehrkräfte sind für genau diese Situationen speziell ausgebildet und verfügen in allen Bezirken über das notwendige Gerät“, so Unterladstätter.
Böden tief hinab ausgetrocknet
Heuer sei es ganz extrem, weil die Böden teilweise bis in 30 oder 40 Zentimeter Tiefe ausgetrocknet seien. Bei der Brandbekämpfung müsse der Boden mit Spezialwerkzeugen umgegraben werden. „Das ist schon sehr kräftezehrend für die Einsatzmannschaften“, sagt Unterladstätter. Ausrüstungsmäßig sei man gut aufgestellt, sollte die Tendenz aber so wie heuer weitergehen, werde man schon noch nachschärfen müssen. Er sei seit 40 Jahren bei der Feuerwehr, an ein solches Jahr könne er sich nicht erinnern, sagt der Landesfeuerwehrkommandant.
Wald- und Vegetationsbrände stellen die Einsatzkräfte in Tirol vor besondere Herausforderungen. Steiles und schwer zugängliches Gelände erschwere vielerorts die Brandbekämpfung vom Boden aus, heißt es vom Land. Hinzu kämen Boden- und Erdbrände, bei denen sich Glutnester tief im Untergrund halten und auch nach längerer Zeit erneut aufflammen können.