Im Montafon haben die Forstarbeitenden derzeit alle Hände voll zu tun: Sieben bis acht Mitarbeitende des Forstfonds sind derzeit im Wald unterwegs, um dem Borkenkäfer Herr zu werden. Befallene Bäume müssen gefällt und abtransportiert werden, an schwer zugänglichen Stellen wird wenigstens die Rinde der Bäume entfernt, denn dort wohnen die Käfer zwischen Rinde und Holz, sagt Forstwirtin Sylvia Ackerl vom Forstfonds des Stand Montafon.
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Heuer sei die Borkenkäfer-Inspektion der Bäume besonders aufwendig. Normalerweise sehe man die befallenen Bäume vom Gegenhang: Die Baumkronen werden braun. Heuer sei es aber anders, bei vielen Bäumen falle bereits die Rinde ab, bevor die Baumkrone braun werde, so Ackerl gegenüber dem ORF Vorarlberg. Eine Erklärung dafür habe sie aber nicht.
Borkenkäfer lieben Schadholz und Hitze
Auch die Forstabteilung des Landes bestätigt, dass der Borkenkäfer im Montafon derzeit gröbere Probleme macht. 1.000 Kubikmeter Borkenkäfer-Holz seien dort bereits Mitte Sommer aus den Wäldern geholt worden, sagte Andreas Amann, der Leiter der Abteilung Forstwesen des Landes gegenüber dem ORF Vorarlberg. Ein Grund für den starken Befall dort seien Schadholz-Ereignisse der vergangene Jahre. Verstreutes Schadholz liege in den Wäldern, ein Festmahl für die Borkenkäfer. Zudem habe es im Montafon in den vergangenen Monaten noch weniger geregnet als in der nördlichen Landeshälfte. Die Bäume seien dort besonders im „Wasserstress“. Sie bekommen bereits gelbe bis braune Blätter und Nadeln. Gestresste Bäume riechen auch anders, sagt Amann und diesen Duft lieben Borkenkäfer.
Die Trockenheit beeinflusst auch das Wachstum der Borkenkäfer. Je wärmer es ist, desto schneller wächst auch die nächste Borkenkäfer-Generation heran. Da in den folgenden Tagen die nächste Hitzewelle anrollt, müsse man die Situation im Montafon besonders genau beobachten, sagte Amann gegenüber dem ORF Vorarlberg.
Schutzfunktion des Waldes in Gefahr
Ein massiver Borkenkäfer-Befall kann zu einem großflächigen Baumsterben führen. Die Folgen sind weitreichend: Ohne die Bäume und ihre Wurzeln, die den Untergrund stabilisieren, steigt das Risiko, dass der Boden erodiert und abgetragen wird. In Bergregionen kann das die Schutzfunktion der Wälder gegen Lawinen und Erdrutsche erheblich beeinträchtigen.