Alle Bürgerinnen und Bürger der Eurozone können bis zum 21. September 2026 online ihre Meinung einbringen. Die endgültige Entscheidung über das Aussehen der neuen Geldscheine wird der EZB-Rat voraussichtlich Ende dieses Jahres treffen.

Der Weg zur Neugestaltung begann bereits vor mehreren Jahren. Nach groß angelegten Bürgerumfragen im Jahr 2023, an denen insgesamt fast 400.000 Menschen teilnahmen, legte der EZB-Rat zwei thematische Schwerpunkte fest: „Europäische Kultur" und „Flüsse und Vögel". Beim ersten Thema geht es um berühmte europäische Persönlichkeiten wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie, Maria Callas, Leonardo da Vinci oder die österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner sowie um kulturelle Stätten Europas.

Das zweite Thema setzt auf die natürliche Vielfalt Europas mit Flüssen, Gebirgsquellen und Vögeln wie Eisvogel, Weißstorch und Mauerläufer, ergänzt um Abbildungen europäischer Institutionen wie dem Europäischen Parlament oder der Europäischen Kommission auf den Rückseiten.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, die ausgewählten Themen würden beide eine Verbindung zwischen Europa und den hier lebenden Menschen herstellen. Die neue Gestaltung solle dazu beitragen, dass sich alle Menschen in Europa stärker mit den Banknoten identifizieren können. „Euro-Banknoten sind mehr als ein Zahlungsmittel – sie sind eine der greifbarsten Ausdrucksformen Europas", erklärte Lagarde bei der Präsentation der Finalentwürfe im Juli 2026.

Die Neugestaltung verfolgt mehrere Ziele. Zum einen soll die neue Serie innovative Sicherheitsmerkmale enthalten, um Fälschern das Handwerk zu erschweren. Zum anderen strebt die EZB eine Verringerung der Umweltauswirkungen an – durch langlebigere Materialien und nachhaltigere Produktionsprozesse. Zudem sollen die Banknoten besser erkennbar und handhabbar sein, insbesondere für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.

Ende 2026 soll der EZB-Rat über das endgültige Design entscheiden. Danach folgen die Detailausarbeitung der Grafiken, die Integration neuer Sicherheitsmerkmale, technische Tests und die Vorbereitung der Produktionskapazitäten. Bis die Scheine dann in den Geldtaschen zu finden sein werden, wird es aber noch dauern. Frühestens ab Ende der 2020er Jahre wird damit zu rechnen sein. Wichtig ist dabei: Die bisherigen Euro-Serien bleiben parallel gültig und behalten ihren Wert – ein schrittweiser Übergang ist geplant, kein abrupter Austausch.