„Eine Grüne Batterie für die Alpen“ – so beschrieben der Vorstandsvorsitzende Christof German und sein Vorstandskollege Gerd Wegeler das geplante Lünerseewerk II vor etwas mehr als einem Jahr. Am Freitag steht der nächste große Schritt an: Die Umweltverträglichkeitsprüfung wird eingereicht. Das neue Pumpspeicherkraftwerk soll eine Leistung von 1.100 Megawatt im Turbinenbetrieb und 1.050 Megawatt im Pumpbetrieb erreichen, der Energieversorger illwerke vkw rechnet mit Kosten in Höhe von 2,65 Milliarden Euro – mehr dazu in „Megakraftwerk in UVP-Vorprüfung“.

Schon 35 Millionen Euro investiert

2021 wurde erstmals öffentlich über das Projekt gesprochen. Seither wurden von illwerke vkw bereits rund 35 Millionen Euro in das Lünerseewerk II investiert, erklärte Vorstandsmitglied Gerd Wegeler gegenüber dem ORF Vorarlberg. Schon vor Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung wurde ein Sondierstollen angelegt, Bohrungen durchgeführt und die Detailplanung weitergeführt. Wegeler spricht von rund 150.000 Arbeitsstunden.

Sehen wird man das Kraftwerk aber auch nach der Fertigstellung kaum, da es fast komplett im Berg verschwinden wird, so Wegeler. So wolle man die Umweltbelastung möglichst geringhalten. Während der Bauarbeiten ist auch ein eigener Autobahnanschluss in Bürs geplant, um die Auswirkungen auf den Verkehr zu minimieren.

Baubeginn 2029

Wegeler rechnet mit einem Beschluss Ende 2028, der Baubeginn ist derzeit für 2029 angepeilt. Die ersten beiden Maschinen sollen 2036 in Betrieb gehen, eine dritte ein Jahr später. Für das Projekt ist ein zwölf Kilometer langer Stollen vom Lünersee nach Bürs notwendig. Der Großteil der Anlage wird unterirdisch gebaut. In Bürs wird ein Krafthaus gebaut, das in unmittelbare Nähe zur dortigen Umspannanlage errichtet wird. Der An- und Abtransport wird über die bestehenden Leitungen erfolgen.