Vor fünf Tagen hatte der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, dass westlich von Oberstdorf in den Wäldern Kot gefunden worden sei, der möglicherweise von einem Bären stammte. Weder das Landratsamt Oberallgäu als auch das Landesamt für Umwelt machten zum Fundort weitere Angaben.
Der Kot wurde jetzt vom Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik im hessischen Gelnhausen untersucht. Das Ergebnis: Die Exkremente stammen nicht von einem Bären, sondern von einem Dachs. Das Landesamt für Umwelt schrieb in einer Mitteilung: „Der Europäische Dachs (Meles meles) gehört zu den heimischen Marderarten. Die Ausscheidungen können in Einzelfällen denen von Bären ähneln, unter anderem aufgrund von Überschneidungen im Nahrungsspektrum“.
Behörde rief zur Vorsicht auf
Nach dem Fund des Kots hatte die Behörde die Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen. Sie riet Landwirten, ihre Tiere nachts im Stall unterzubringen und Herdenschutzmaßnahmen zu ergreifen. Auch Anwohner und Wanderer wurden gewarnt: Bei einer Begegnung mit einem Bären gelte es, ruhig zu bleiben, Abstand zu halten und nicht wegzulaufen, sondern sich langsam zurückzuziehen.
Bär im Juni in Vorarlberg abgelichtet
In Vorarlberg wurden zuletzt im Juni zwei Bären gesichtet. Im Brandnertal lichtete eine Wildkamera ein jüngeres, männliches Tier ab. Wenige Tage später wurde im Silbertal erneut ein Foto eines Bären gemacht. Ob es sich um denselben Bären handelte, war unklar. Im Allgäu wurde zuletzt im Mai 2023 im Hintersteiner Tal gesehen.