Vor rund einem Monat ist ein Japankäfer im Zuge eines laufenden Monitorings in Lindau nachgewiesen worden. Inzwischen wurden mehr als 30 Käfer entdeckt, darunter mehrere Weibchen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) leitete daraufhin eine Abgrenzungserhebung ein. Damit soll festgestellt werden, wie weit sich der Käfer verbreitet hat.

Auch das Land Vorarlberg erweiterte das bestehende Überwachungsnetz durch zusätzliche Lockstoffe und visuelle Kontrollen von Wirtspflanzen. Am vergangenen Freitag landete ein Japankäfer in einer solchen Falle in Hörbranz. Im vergangenen Jahr sind insgesamt vier Exemplare in Vorarlberg nachgewiesen worden – alle in Hörbranz und Umgebung.

Mehr als 400 Wirtspflanzen

Ursprünglich stammt der Japankäfer aus Ostasien und zählt in Europa sowie Nordamerika zu den invasiven Schädlingen. Für Menschen ist das Tier ungefährlich, die Larven und erwachsenen Käfer können aber erhebliche Schäden an Pflanzen verursachen. Betroffen sind landwirtschaftliche Kulturen, Obst- und Zierpflanzen sowie Grünflächen. „Er ist sehr gefräßig und hat ein breites Nahrungsspektrum“, sagt Elisabeth Ritter von der inatura gegenüber dem ORF Vorarlberg. „Der Japankäfer verursacht Fraßschäden an Blätter, Blüten und Früchten.“

Insgesamt nutzt der Japankäfer mehr als 400 verschiedene Wirtspflanzen. Die Flugzeit reicht von Anfang Juni bis Ende September, je nach Witterung und Temperatur. Die Ausbreitung selbst geschieht über kurze Distanzen von einem bis 20 Kilometern pro Jahr. Das Land appelliert, Fahrzeuge und mitgeführte Gegenstände – besonders nach Aufenthalten in Italien oder der Schweiz – genau zu kontrollieren, damit die Tiere nicht eingeschleppt werden.

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Optisch gleicht der Japankäfer stark den Junikäfern. Er ist ungefähr zehn Millimeter groß und hat eine auffällige Färbung. Kopf und Halsschild schimmern metallisch grün, die Flügeldecken glänzen kupferartig. Entlang der Seiten des Hinterleibs befinden sich zwölf weißliche Haarbüschel. Bei Gefahr nimmt der Käfer eine typische Abwehrhaltung ein, in der er starr verharrt und seine Beine seitlich abgespreizt hält.

Wer einen Japankäfer entdeckt, soll diesen möglichst einfangen und sicher aufbewahren, zum Beispiel in einem verschlossenen Behälter im Tiefkühlfach, so das Land in einer Aussendung. Außerdem sollen ein möglichst scharfes Foto gemacht und Fundort und -datum notiert werden. Anschließend sollte der Fund an den Pflanzenschutzdienst oder über die AGES-Plattform gemeldet werden.