Seit 2022 wurden im Rahmen der Initiative „Breitband Austria 2030" insgesamt rund 33,2 Millionen Euro an Fördermitteln für Vorarlberg zugesagt. Davon sind bis April 2026 allerdings erst 9,4 Millionen Euro tatsächlich ausbezahlt worden. Der Großteil – nämlich 23,7 Millionen Euro – ist noch nicht abgerufen. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) hervor, die am vergangene Woche vorgelegt wurde.
Die Zahlen zeigen: Obwohl die Fördermittel bereitstehen, läuft die Umsetzung vor Ort deutlich langsamer als geplant. Laut Vertrag hätten bis zum Stichtag im April 2026 bereits 1.325 Haushalte an das gigabitfähige Glasfasernetz angeschlossen sein sollen. Tatsächlich wurden aber nur 135 Haushalte fertiggestellt – das entspricht einer Zielerreichung von gerade einmal zehn Prozent.
Fünf Projekte mit Verzögerungen
In Vorarlberg sind derzeit fünf geförderte Breitbandprojekte von Verzögerungen betroffen. Die Gründe dafür sind laut der Anfragebeantwortung vielfältig: Probleme bei der Mitverlegung von Leitungen mit Dritten, das Erwirken von Nutzungsberechtigungen auf privatem und öffentlichem Grund sowie ein Mangel an externen Fachfirmen wie Baufirmen und Spleißern werden als Hauptursachen genannt. Trotz der Verzögerungen wurden in Vorarlberg bislang keine Projekte hinsichtlich ihrer ursprünglichen Ausbauziele reduziert – alle Zusagen bleiben bestehen.
Länderübergreifendes A1-Projekt läuft langsam
Ein besonderes Augenmerk liegt auf einem länderübergreifenden Projekt der A1 Open Fiber GmbH, das sowohl Vorarlberg als auch Tirol umfasst. Der Ausbaufortschritt dieses Projekts wird in der Anfragebeantwortung mit zwölf Prozent angegeben – einer der niedrigste Werte aller A1-Open-Fiber-Projekte bundesweit. Da es sich um ein noch laufendes, länderübergreifendes Projekt handelt, können die Förderbeträge derzeit nicht konkret auf Vorarlberg und Tirol aufgeschlüsselt werden. Für beide Bundesländer zusammen wurden bisher rund 1,9 Millionen Euro ausgezahlt, weitere 5,3 Millionen Euro sind noch offen.
Auszahlung nur bei Nachweis
Die Auszahlung der Fördermittel erfolgt in Raten und ist an den tatsächlichen Baufortschritt gekoppelt. Nach Vertragsunterzeichnung erhalten die Fördernehmer zunächst 25 Prozent der zugesagten Summe als Startrate. Weitere Zahlungen gibt es nur, wenn angefallene Kosten nachgewiesen und von der Österreichischen Forschungsförderungs-GmbH (FFG) geprüft wurden. Kontrolliert wird der Ausbaufortschritt durch geografische Kartierung, Fotodokumentation und stichprobenartige Vor-Ort-Prüfungen.
Mehr Transparenz geplant
Ab Juli 2026 soll im Breitbandatlas der Regierung detailliert dargestellt werden, welche Projekte bereits umgesetzt und welche noch in Planung sind. Die Darstellung soll auf Ebene von 100 mal 100 Meter großen Rasterzellen erfolgen, um mehr Transparenz über den tatsächlichen Ausbaufortschritt zu schaffen.